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NWZonline.de Sport Fußball

Neustart mit feuchten Händen

08.06.2019

Rennes Mit starkem Teamgeist und bei Fritz-Walter-Wetter peilen Deutschlands Fußballerinnen die Initialzündung für die Reise zum dritten Stern an. „Ich bin überzeugt, dass wir bereit sind, den ersten großen Schritt zu machen“, sagte Martina Voss-Tecklenburg vor dem WM-Auftakt an diesem Samstag (15 Uhr/ARD) gegen China im verregneten Rennes.

Vor ihrem ersten Pflichtspiel als Bundestrainerin betonte die 51-Jährige: „Es macht mich stolz und demütig. Und wenn der Anpfiff näher kommt, wird es auch mal im Magen grummeln oder feuchte Hände geben.“ Vize-Kapitänin Svenja Huth ergänzte: „Die positive Anspannung wächst. Wir sind voller Vorfreude.“

Kurze Vorbereitung, große Herausforderung: Zwei Jahre nach dem EM-Debakel unter Steffi Jones in den Niederlanden, als der Rekordeuropameister im Viertelfinale scheiterte, befindet sich die deutsche Auswahl eigentlich im Umbruch. Voss-Tecklenburg ist erst ein halbes Jahr im Amt, das DFB-Team die fünftjüngste Mannschaft der 24 Teilnehmer. 15 Spielerinnen sind erstmals bei einer WM dabei.

Dennoch gibt man sich im Lager des Olympiasiegers selbstbewusst. „Es gibt nichts Schöneres, als sein Land bei einer WM zu vertreten“, sagte Huth: „Wir sind aus dem Tal herausgekommen und auf einem sehr guten Weg.“

Das große Ziel ist nun zunächst die Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio. Das wird schwer: Denn dafür muss das DFB-Team unter die drei besten Teams Europas kommen. Holt Deutschland den Titel, winkt eine Prämie von 65 000 Euro plus 10 000 Euro Olympia-Bonus.

Die schwer einzuschätzende erste Hürde China nimmt der zweimalige Weltmeister nicht auf die leichte Schulter. „Sie werden uns alles abverlangen. Wir werden viel zeigen müssen, um zu gewinnen“, sagte „MVT“ über den Weltranglisten-16. und kündigte eine im Vergleich zur Generalprobe gegen Chile (2:0) veränderte Startelf an.

Erstes Etappenziel der „Tour de France“: Platz eins in der Gruppe B, um einem Achtelfinale gegen die USA aus dem Weg zu gehen. Schlüsselspiel wird wohl das Duell mit Geheimfavorit Spanien am Mittwoch (18 Uhr/ZDF) in Valenciennes. Gegen WM-Neuling Südafrika am 17. Juni (18 Uhr/ARD) ist Deutschland wieder klarer Favorit.

Damit der Druck nicht zu groß wird, bekamen die Spielerinnen vor dem Spiel einen freien Nachmittag. Den nutzten einige für einen Bummel durch die schöne Innenstadt von Rennes, am Freitagabend schaute das Team gemeinsam das Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Südkorea auf einer Leinwand im Mannschaftshotel.

Die Stimmung sei gut, sagte Huth, der gewählte WM-Hashtag „WIR#IMTEAM“ sei nicht nur ein Spruch. Selbst das wenig sommerliche Wetter kann die Vorfreude nicht schmälern. „Mir liegt das, ich spiele gern bei Fritz-Walter-Wetter“, sagte die Angreiferin.

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