ROM - Nach den Gewaltausbrüchen vom Wochenende will Italien dem ausufernden Vandalismus im Fußball kurzfristig durch Restriktionen Herr werden. Langfristig aber soll die Kirche, die das Leben der Menschen auf dem Apennin maßgeblich mitbestimmt, in die Bekämpfung der Gewaltproblematik eingebunden werden.
Der Präsident der italienischen Fußball-Liga, Antonio Matarrese, hat Kardinal Tarcisio Bertone, Staatssekretär im Vatikan, aufgefordert, die Katholische Kirche in einer Kommission zu vertreten, die Vorschläge für eine tiefgreifende Erneuerung des „Calcio“ vorlegen wird. Dem Rat sollen desweiteren Clubpräsidenten, Vertreter der Sicherheitskräfte und Journalisten beitreten.
„Kardinal Bertone ist ein großer Fußball-Fan. Sein Beitrag ist wichtig, um aus dieser kritischen Phase herauszufinden“, sagte Matarrese. Bertone, der im September 2006 zum Berater von Papst Benedikt XVI. aufgestiegen ist, gilt als leidenschaftlicher Anhänger von Rekordmeister Juventus Turin.
Kurzfristig plant die Regierung für den kommenden Spieltag am 24. und 25. November in allen Profiligen die Sperrung von Fankurven in verschiedenen Stadien.
Der Tod des 28-jährigen Gabriele Sandri, Anhänger von Lazio Rom, auf einer Raststätte bei Arezzo durch die Kugel aus der Waffe eines Polizisten hatte Gewaltausbrüche in vielen italienischen Städten zur Folge. Am Donnerstag erhob die Staatsanwaltschaft von Arezzo Anklage wegen Mordes gegen den Todesschützen. Bislang war gegen den Verkehrspolizisten wegen Totschlages ermittelt worden. Die Ermittlungen gegen die Randalierer laufen auf Hochtouren.
