Gelsenkirchen - André Breitenreiter (42) stand im Kreise seiner Spieler und zuckte mit den Schultern – ratlos, hilflos und bald auch ohne Job? Während daneben die Leverkusener feierten, verstand der umstrittene Trainer des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 die Welt nicht mehr. Nach dem verrückten 2:3 ist die Champions League für die Königsblauen ganz weit weg. Es geht um Schadensbegrenzung und die Frage: mit oder ohne Breitenreiter?
Die angeblichen Gedankenspiele, in den letzten drei Bundesligaspielen könnte Mike Büskens als „Feuerwehrmann“ übernehmen, wollte niemand bestätigen. „Ich weiß von nichts“, sagte der Uefa-Cup-Sieger von 1997, der als Sport-Beirat auf der Tribüne den Kollaps seiner Schalker erlebte. „Ich kann Ihnen sagen, dass das nicht der Plan ist“, erklärte Manager Horst Heldt. Er stehe weiter zu seiner Aussage, dass Breitenreiter in seiner Amtszeit Trainer bleibe, betonte der scheidende Sportvorstand. Doch die Schalker Zukunft plant längst Heldts Nachfolger Christian Heidel. Dass Breitenreiters Zeit auf Schalke spätestens nach den letzten drei Saisonspielen abgelaufen ist, dürfte seit dem erschreckenden Einbruch im Spiel gegen Leverkusen feststehen.
Dank der besten 45 Minuten der Saison hatte Schalke nach Toren von Eric Maxim Choupo-Moting (14.) und Leroy Sané (29.) den Rivalen beherrscht, auch wenn Klaas-Jan Huntelaar (5.) mit einem Strafstoß am großartigen Nationalkeeper Bernd Leno gescheitert war.
Das Nachlassen nach der Pause mit drei Gegentoren innerhalb von sechseinhalb Minuten war für alle unerklärlich. „Wir wollten weiter aktiv bleiben. Aber wir sind rausgekommen und in einen Tiefschlaf verfallen“, sagte Breitenreiter nach dem „brutal enttäuschenden Tag“.
Ausgerechnt Torhüter Ralf Fährmann, der in dieser Spielzeit bislang beste Spieler der Knappen, begünstigte die Pleite mit zwei Patzern, die zum schnellen Doppelschlag von Julian Brandt (54.) und Karim Bellarabi (56.) führten. Javier Hernández (60.) drehte die Partie dann komplett.
