Gelsenkirchen - Neuer, Matip, Özil, Höwedes, Fährmann, zuletzt Draxler, Kolasinac, Meyer und Ayhan – Schalke 04 produziert große Fußball-Talente am Fließband. Die Knappenschmiede gilt als Vorbild für die gesamte Bundesliga. Erst am vergangenen Sonntag unterstrich der Schalke-Nachwuchs seine Extraklasse. Die von Trainer Norbert Elgert betreute U 19 zog mit einem 3:1-Sieg beim FC Chelsea ins Halbfinale der neu geschaffenen europäischen Youth League ein.

„Das ist ein Riesenerfolg und zeigt, dass wir mit unserem Nachwuchs auf dem richtigen Weg sind“, sagt Manager Horst Heldt. Das Motto auf Schalke lautet: Wir machen uns unsere Superstars selbst statt fertige Spieler teuer einzukaufen.

Das hat laut Heldt mehrere Vorteile: „Wenn wir die Spieler selbst heranziehen, schaffen wir eine hohe Identifikation mit dem Verein, und wir nehmen gezielt Einfluss auf die Ausbildung. Auch die wirtschaftliche Seite macht Sinn, weil es am Ende günstiger ist. Letztlich können wir, auch wenn es nicht das primäre Ziel ist, durch den Verkauf von Spielern auch mal hohe Einnahmen generieren.“

Wie beispielsweise beim Wechsel von Nationaltorhüter Manuel Neuer zu Bayern München. Allein dieser Transfer, der Schalke knapp 30 Millionen Euro einbrachte, habe laut Heldt „die Arbeit der Nachwuchsabteilung über Jahre gesichert“.

Neuer und Mesut Özil gelten als Paradebeispiele für den Erfolg des Ausbildungsbetriebes. Sie sind zu Weltstars geworden. Doch sie sind letztlich nur zwei Spieler von Dutzenden, die in den vergangenen Jahren im Profifußball Fuß fassten – ob auf Schalke oder anderswo. Beim 2:1-Sieg in Augsburg in der Vorwoche standen gleich sieben Spieler auf dem Rasen, die der Knappenschmiede entstammen.

Selbst Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund erkennt die überragende Jugendarbeit des Erzrivalen an. „Davon können wir uns bei aller Konkurrenz eine Scheibe abschneiden“, betonte unlängst der BVB-Boss.

Vor vier Jahren war es schlecht bestellt um das Nachwuchszentrum auf Schalke. Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), der regelmäßig Zertifikate vergibt, gab es schlechte Noten. „Wir haben uns zusammengesetzt und die Abteilung um 180 Grad umgestülpt. Vieles wurde geändert“, betonte Heldt.