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NWZonline.de Sport Fußball

Schillernder Boss mit Ecken und Kanten

19.08.2015

Stuttgart Gerhard Mayer-Vorfelder hat gerne polarisiert. „Ich bin fast täglich im Schützengraben gestanden, um mich herum sind die Giftpfeile geschwirrt“, sagte der Machtmensch und Multifunktionär einmal über seine tagtäglichen Kämpfe.

Seinen letzten Kampf hat er jetzt verloren: Am Montag starb der frühere Fußball-Funktionär und Politiker in einem Stuttgarter Krankenhaus im Kreise seiner Angehörigen. Details nannte seine Familie in einer Mitteilung am Dienstag nicht. „MV“, wie Mayer-Vorfelder oft griffig genannt wurde, hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

Egal ob als Präsident des Bundesligisten VfB Stuttgart und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) oder als CDU-Minister in Baden-Württemberg – Mayer-Vorfelder kannte sich mit extremem Gegenwind aus. Taktisches Gespür, glänzende Vernetzung, immenses Stehvermögen – das waren nur drei Zutaten, die der knallharte und auch kompromisslose Konservative einsetzte.

„Ich war immer der, der ich war – mit allen guten und weniger guten Seiten“, beschrieb er sich selbst: „Ich bin ein Stück stolz darauf, dass ich mich in all den Jahren nicht habe verbiegen lassen.“

Aufsteigerwillen zeigte er schon früh. Mayer-Vorfelder wurde am 3. März 1933 in Mannheim geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Heidelberg verschlug es den Badener beruflich nach Württemberg, zunächst 1959 als Regierungsrat nach Nürtingen.

Nach seinem Wechsel ins Innenministerium startete der Jurist als persönlicher Referent des damaligen Ressortchefs und späteren Ministerpräsidenten Hans Filbinger seine politische Laufbahn.

Mehrere Spitzenpositionen folgten. Nicht selten musste sich „MV“ mit dem Vorwurf auseinandersetzen, seine Geschäfte nach Gutsherrenart zu führen. 1975 putschte sich der frühere Mittelläufer des SV Waldshut an die Spitze des VfB Stuttgart – und blieb ein Vierteljahrhundert ein schillernder Boss.

„Ohne ihn würde es den Verein gar nicht mehr geben“, sagte der ehemalige VfB-Trainer Jürgen Sundermann einmal über den Workaholic, der sich in den vergangenen Jahren auch aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.

Ein feines Essen, ein edler Tropfen – dem Gaumenkitzel war der langjährige DFB-Boss nie abgeneigt. „Von ,MV’ kann man einiges lernen“, erzählte Bundestrainer Joachim Löw einmal: „Er hat alles aus Überzeugung getan und konsequent danach gehandelt.“

Mayer-Vorfelder war für Löw eine entscheidende Person, schließlich verschaffte der Mannheimer dem Freiburger beim VfB Stuttgart 1996 den ersten Posten als Chefcoach – die spätere Entlassung war inklusive.

Sein „Lebensziel“ hatte Mayer-Vorfelder nach eigenen Angaben mit der Ausrichtung der WM 2006 im eigenen Land erreicht. Das Spiel um Platz drei gewann die DFB-Auswahl damals gegen Portugal ausgerechnet in Stuttgart. „Das war das Highlight in meinem Leben“, erinnerte sich „MV“ an dieses WM-Sommermärchen.

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