Berlin/Braunschweig - Gleich nach der misslungenen Hauptstadt-Mission versammelte Torsten Lieberknecht sein Personal noch auf dem Rasen des Olympiastadions. „Wir lassen den Kopf oben, haken das Spiel ab“, trichterte der Coach von Eintracht Braunschweig den Verlierern von Berlin ein.

Mit dem 0:2 gegen Hertha BSC haben sich zwar die Aussichten auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga für die „Löwen“ weiter verdüstert. „Ans Aufgeben werden wir niemals denken, solange es rechnerisch möglich ist“, betonte Braunschweigs Mirko Boland jedoch kämpferisch. Der Klassenerhalt ist jetzt aber nur noch über die Relegation möglich.

John Anthony Brooks (61. Minute), WM-Kandidat des US-Nationaltrainers Jürgen Klinsmann, und der bis zu seinem Tor enttäuschende Sami Allagui (77.) nach Vorarbeit von Adrián Ramos bescherten Hertha nach neun sieglosen Spielen wieder drei Punkte. Sie besiegelten vor mehr als 10 000 Braunschweiger Fans unter den 51 953 Zuschauern auch die elfte Auswärtspleite der Eintracht in der Bundesliga-Serie 2013/14.

Für die abschließenden Partien gegen den FC Augsburg und bei 1899 Hoffenheim stärkte Lieberknecht das Selbstbewusstsein der Spieler, zu denen auch wieder die jüngst suspendierten Marcel Correia und Karim Bellarabi gehörten. „Wir müssen die ganze Saison viel Aufwand betreiben. Bei unseren Mitteln machen die Spieler einen großen Job“, betonte der Trainer.

In dem Kreis auf dem Berliner Rasen hatte der Chefcoach auch noch daran erinnert, „was es für kuriose Dinge gibt im Fußball“, verriet er. Fast hätte es schon gegen Hertha geklappt, wie Kollege Jos Luhukay einräumte: „In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit hatte Braunschweig die stärkste Phase. Sie haben ihre zwei, drei Gelegenheiten nicht genutzt, das war Glück für uns.“

Die Eintracht-Spieler haben verstanden: „Keiner rechnet mit uns, aber wir werden alles daran setzen, die letzten Spiele gut zu gestalten“, versprach Mittelfeldmann Boland. Kapitän Dennis Kruppke weiß aber auch: „Wir sind auf Schützenhilfe angewiesen.“