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NWZonline.de Sport Fußball

Schweizer kommen über ihren großen Zusammenhalt

03.07.2018

Jetzt, wo die deutsche Elf ausgeschieden ist, drücke ich umso mehr der Schweiz die Daumen. Durch meine Zeit beim FC St. Gallen (Anm. d. Red.: Zinnbauer trainierte den Erstligisten von September 2015 bis Mai 2017 und hatte bis zum 30. Juni 2018 dort einen Vertrag) habe ich eine Verbundenheit zum Nachbarn, mein Lebensmittelpunkt befindet sich immer noch in der Schweiz.

Zwei Spieler aus dem aktuellen Kader kenne ich aus meiner Zeit beim Hamburger SV sehr gut. Valon Behrami und Johan Djourou sind zwei dufte Typen – auf und neben dem Platz. Auch Xherdan Shaqiri habe ich bei einem Praktikum beim FC Basel besser kennengelernt, als er dort noch gespielt hat.

Behrami ist ein echter Anführer, ein „Aggressiv-Leader“, wie man so schön sagt. Er gibt den Schweizern im defensiven Mittelfeld sehr viel Stabilität und auch die Kommandos. Es war für mich immer wichtig, so einen Typen in der Mannschaft zu haben. Nach vorn hat er sicher ein paar Schwächen, weiß diese aber einzuschätzen und konzentriert sich dafür umso mehr auf seine Stärken – er hält anderen Spielern den Rücken frei, läuft und arbeitet.

Behrami an der Seite von Toni Kroos hätte dem deutschen Spiel zum Beispiel gut getan, weil er defensiver denkt und die Räume zuläuft. So hat Valon beim 1:1 gegen Brasilien in der Vorrunde Neymar größtenteils nicht zum Zuge kommen lassen.

Bei Johan Djourou weiß man genau, was man bekommt. Er ein solider Innenverteidiger, auch im Spielaufbau, und mit 31 Jahren sehr erfahren. Eigentlich sitzt Djourou bei den Schweizern nur auf der Bank, aber da zwei Abwehrspieler gelbgesperrt sind, wird er im Achtelfinale gegen Schweden wohl von Beginn an auflaufen.

Eines haben unsere Nachbarn schon geschafft: Sie sind weiter als Deutschland gekommen, das ist für sie stets eine besondere Motivation. Es herrscht derzeit eine große Euphorie im Land, die große Chance auf das erste WM-Viertelfinale seit 1954 ist da.

Generell hat der Schweizer Fußball einen guten Weg eingeschlagen. Die Liga zählt nicht zu den europäischen Topligen, aber Teams wie der FC Basel oder Young Boys Bern können international mithalten. Man darf ja nicht vergessen, dass das Land nur acht Millionen Einwohner hat. Dennoch schafft man es immer wieder, Spieler so auszubilden, dass sie später in die großen Ligen wechseln – da muss man den Hut vor ziehen. Dass die Spieler dann ins Ausland wechseln, ist ganz normal, schließlich kann man in der Schweizer Liga im Vergleich auch nicht das ganz große Geld verdienen. 19 der 23 Spieler spielen oder spielten schon einmal in der Bundesliga. Nur Michael Lang lief aus dem aktuellen Kader bis zum Sommer in der Heimat auf, wechselt jetzt aber auch nach Mönchengladbach.

Das größte Plus der Mannschaft ist definitiv der Teamspirit, sie kommt über ihren großen Zusammenhalt. Sie steht auch für Multi-Kulti. Es gibt viele Spieler mit kosovo-albanischem Hintergrund, einige von der italienischen Grenze wie Behrami und einige aus der französischen Schweiz wie Djourou.

Wie sehr sich das Team einschwört, sieht man, wenn die Spieler gemeinsam in die Kabine gehen oder sich intensiv austauschen, wenn sie wieder rauskommen. Wenn man Typen wie Behrami oder Djourou in der Truppe hat, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Da wird es auch schon mal laut in der Kabine, die können die Jungs richtig heiß machen. Deswegen glaube ich auch, dass die Schweiz das Viertelfinale erreicht.

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