SENGWARDEN - Er ist der erste SPD-Ortsbürgermeister Sengwardens seit 1948, etwas mehr als 100 Tage ist er in seiner neuen Funktion tätig, an den Rollenwechsel vom SPD-Sprecher im Ortsrat zum Bürgermeister aller Seng- und Fedderwarder muss er sich erst noch gewöhnen: Die Rede ist von Andree Bents. Dem gebürtigen Sillensteder, der 1970 in Fedderwarden heimisch wurde, gefällt die neue Aufgabe als Anwalt für die Dorfinteressen sehr gut. „Es war nicht so schwer, sich darauf vorzubereiten“, sagt der 64-Jährige.

Gemeinsam mit seinem neuen Stellvertreter Thomas Lehmann (FDP) und den anderen Mitgliedern im Ortsrat (insgesamt: SPD 5, CDU 5, FDP 1, Grüne 1 und neuerdings 1 Parteiloser) will Bents die Interessen der beiden Dörfer am Stadtrand Wilhelmshavens gegenüber der Verwaltung im Rathaus „mit einer Stimme“ vertreten. „Das hat uns immer stark gemacht und dass soll auch so bleiben“, sagt Bents, der seit 25 Jahren im Ortsrat sitzt und nach eigenen Angaben viel von Ehnste Lauts (CDU) gelernt hat, „wie man die Mitglieder des Ortsrates über Parteiprogramme hinweg zusammenbringt“. Dafür müsse er Geduld aufbringen („Die war bisher nicht unbedingt meine Stärke“).

Ein drängendes Problem ist die personelle Besetzung der Verwaltungsstelle auch über den Juni dieses Jahres hinaus. Zu dem Zeitpunkt geht der städtische Bedienstete Wilbur Ludwig in Ruhestand. „Ich bin nach Verhandlungen mit der Stadt und dem zuständigen Dezernenten Dr. Jens Graul zuversichtlich, im März eine Lösung zu präsentieren.“

Weitere Themen sind das Fehlen eines buchstäblichen „Wirtschaftslebens“, also eines Versammlungsortes, sowie der Fortbestand der Grundschule über 2013 hinaus. Dankbar ist Bents den Verantwortlichen des TuS Fedderwarden, der sein Sportlerheim für Sitzungen zur Verfügung stellt. Für die Zukunftsplanung hat Bents bereits einige Ideen, unter anderem Bürgersprechstunden in der Verwaltungsstelle.

Der 64-jährige Finanzmakler scheidet im September aus dem Berufsleben aus. Zeit für Ruhestand gibt es dennoch kaum: Der Enkel fordert Zeit mit Opa und Oma. Weitere Hobbys sind der Fußball sowie die Politik.

Und für das kommende Jahr 2013 freut er sich bereits jetzt auf den Besuch einer Delegation von Sengwardern in deren Partnergemeinde Bromberg in Niederösterreich. „Ich war noch nie da“, gesteht Bents.