SHANGHAI - Die deutschen Fußball-Frauen haben den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft in China verpasst. Der Welt- und Europameister kam am Freitag in Shanghai nicht über ein 0:0 gegen England hinaus, bleibt in der Gruppe A aber dank der besseren Tordifferenz Tabellenführer vor den punktgleichen Japanerinnen (beide 4 Zähler). Diese hatten zuvor Argentinien glücklich mit 1:0 besiegt. Nach dem glanzvollen Auftakt beim 11:0-Torfest gegen die nun ausgeschiedenen Südamerikanerinnen musste die Auswahl von Trainerin Silvia Neid vor 27 730 Fans im ausverkauften Hongkou-Stadion zwar einen kleinen Rückschlag einstecken, kann sich aber am Montag (14 Uhr/ARD) zum Vorrunden-Abschluss in Hangzhou gegen Japan bereits mit einem weiteren Unentschieden für die Runde der letzten acht Mannschaften

qualifizieren.

„Bei uns hat heute die letzte Präzision gefehlt“, monierte Silvia Neid nach dem Abpfiff. Mit dem Abwehrverhalten war die Trainerin „total zufrieden“, kritisierte jedoch den Mangel an Entschlossenheit vor des Gegners Tor. England baute auf eine etwas defensiver ausgerichtete Grundformation. Die zweifache Torschützin vom 2:2 gegen Japan, Kelly Smith, wurde als einzige Spitze immer wieder von den offensiven Außen unterstützt. Vor allem die schnelle Karen Carney sorgte für Gefahr.

Auf dem schwer zu bespielenden Rasen fand die DFB-Elf recht mühsam ins Spiel, hatte aber durch Krahn (6.) eine Kopfballchance. Eine Minute später mussten die deutschen Fans eine Schrecksekunde überstehen, als Torhüterin Nadine Angerer in ihrem 50. Länderspiel einen Pass unterlief, der Ball aber am Tor vorbei kullerte. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Potsdamerin sicherer.

Derweil gewann Titelfavorit USA in Chengdu 2:0 gegen Schweden, Nordkorea feierte ein 2:0 gegen Nigeria. Beide Teams liegen damit punkt- und torgleich an der Spitze der Gruppe B.