SHENYANG - Die „Operation Gold“ beginnt mit einem echten Endspiel: In dem WM-Zweiten Brasilien wartet an diesem Mittwoch (11 Uhr/ZDF) zum Auftakt des olympischen Turniers in Shenyang ein Mitfavorit auf die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen. Doch Bundestrainerin Silvia Neid und ihrer Mannschaft ist vor der Neuauflage des WM-Finales 2007 nicht bange vor Weltfußballerin Marta und Co. „Mir ist es wurscht, dass wir gegen Brasilien spielen. Unser Ziel ist die Goldmedaille, dafür müssen wir jedes Spiel gewinnen – auch gegen die“, sagte Kapitänin Birgit Prinz. Die weiteren Vorrunden-Gegner sind Nigeria (9. August) und Nordkorea (12. August).
Neid hat ihren Spielerinnen vor dem Wiedersehen mit Brasilien das Träumen verboten. „Wir wollen zunächst einmal ins Viertelfinale kommen“, sagte sie. Um den hohen Erwartungsdruck für kurze Zeit zu vergessen, gab sie am Dienstagvormittag frei. Die Spielerinnen entspannten sich im kaiserlichen Palast oder beim Einkaufen in der Millionen-Metropole.
Neben den Brasilianerinnen, gegen die Deutschland von bislang sechs Duellen keines verloren hat, werden die Hitze und der Rasen wohl die größten Probleme für die deutsche Elf sein. Seit Tagen wird es in Shenyang wärmer und wärmer, bei hoher Luftfeuchtigkeit werden beim Anstoß um 17 Uhr Ortszeit 32 Grad erwartet. Das Grün im 60 000 Zuschauer fassenden Olympiastadion bezeichnete Neid beim Training als „total hoppelig“. Die Organisatoren gelobten indes Besserung.
Der Ausfall von Stürmerin Conny Pohlers (Kniereizung) macht Neid indes ebenso wenig Sorgen wie die verpatzte Generalprobe beim 0:2 in Norwegen. Im Vergleich zur WM 2007 sei ihr Team „fitter und besser drauf“, sagte sie. 16 Weltmeisterinnen stehen im 18-köpfigen Kader, Torfrau Nadine Angerer im Fokus: 2007 hatte sie die Brasilianerinnen mit ihren Paraden zur Verzweiflung gebracht.
Die Selecao Feminina sinnt auf Rache für das 0:2 von Shanghai. „Wir sind jetzt stärker als damals. Diese Mannschaft hat genug Talent, um Gold zu gewinnen“, sagte Marta. 2004 in Athen gewannen die Südamerikanerinnen Silber. „Wir werden gegen die Deutschen spielen als wäre es ein Finale“, verspricht Martas Teamkollegin Daniela.
