SINSHEIM - Lautsprecher Christoph Daum drehte den Regler runter, Leisetreter Marco Pezzaiuoli redete plötzlich wie befreit. Der 1:0-Sieg von 1899 Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt hatte die Stimm(ungs)lage der Trainer verändert. Im schnelllebigen Geschäft Fußball-Bundesliga triumphierte Pezzaiuoli vier Tage nach seiner erzwungenen Demission zum Saisonende, Daum demonstrierte bei nur noch vier ausstehenden Spieltagen, dass er vielleicht doch nicht der große Retter ist.

Zwei Punkte aus drei Spielen – mehr hat Daum bisher nicht zu bieten. „Spiele werden durch Tore entschieden. Das Tor hat Hoffenheim gemacht, daher: Glückwunsch“, gab sich der 57-Jährige ungewohnt wortkarg. Auf die Frage, was sich ändern soll, sagte er nur: „Das Ergebnis.“

Zwar hat die Eintracht als Tabellen-15. immer noch vier Punkte Vorsprung auf den Drittletzten VfL Wolfsburg, doch der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen gab zu bedenken: „Deren Restprogramm ist viel, viel leichter als das unsere.“ Und Daum bekannte, dass man wisse, „dass es bis zum letzten Spieltag ein Überlebenskampf ist“.

Mit dem ersten Tor des Brasilianers Roberto Firmino (78. Minute), bei dem Vedad Ibisevic zuvor im Abseits gestanden hatte, entledigte sich hingegen Hoffenheim seiner allerletzten Abstiegssorgen.„Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden“, sagte Pezzaiuoli stolz, der im 13. Spiel als Chefcoach den vierten Sieg bejubelte.

Beide Clubs hatten am Ende noch einen Ausfall zu beklagen. Während Frankfurts Maik Franz (schwere Mittelfußprellung mit Kapsel- und Bandverletzung) vorerst ausfällt, ist für Hoffenheims Tobias Weis wegen einer Fuß-OP die Saison bereits beendet.