SINSHEIM - Nach exakt 100 Tagen sieht Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim keine Perspektive mehr unter Cheftrainer Marco Pezzaiuoli: Der zu Amtsbeginn im Januar viel gepriesene Coach der Kraichgauer muss den Club am Saisonende verlassen. 1899-Manager Ernst Tanner teilte Pezzaiuoli die Entscheidung nach einer Krisensitzung am Dienstag mit. Neuer Trainer von 1899 Hoffenheim wird höchstwahrscheinlich St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski werden.

„Wir sind nach den Entwicklungen der letzten Wochen zu dem Entschluss gekommen, mit einem neuen Cheftrainer in die kommende Spielzeit zu gehen“, sagte Tanner, der zwischen den Zeilen bereits nach dem 2:3 beim SC Freiburg durchblicken lassen hatte, dass Pezzaiuoli gehen muss – nur ein Sieg in den zurückliegenden acht Partien waren zu wenig. Am Ende sprach außer seinem bis 2014 laufenden Vertrag nichts mehr für Pezzaiuoli. Zudem wurden zuletzt auch immer wieder Undiszipliniertheiten der Mannschaft bekannt. Josip Simunic und Sejad Salihovic wurden auf die Tribüne verbannt. Auch äußerten zahlreiche Spieler Abwanderungsgedanken.

„In der Bundesliga wird man an Punkten gemessen. Unser Schnitt ist ein Punkt pro Spiel. Das ist viel zu wenig“, sagte Tanner, der den ehemaligen Rangnick-Assistenten erst am 2. Januar zum Cheftrainer befördert hatte. Auch Mäzen Dietmar Hopp war mit den schlechten Ergebnissen unter Pezzaiuoli äußerst unzufrieden: „Insgesamt ist unser Abschneiden in der Rückrunde sehr enttäuschend“, erklärte er. Pezzaiuoli soll aber in den noch ausstehenden fünf Spielen auf der Hoffenheimer Bank sitzen, erklärte Tanner.

Nun soll wohl St.-Pauli-Coach Holger Stanislawski Hoffenheim zurück in die Erfolgsspur führen. Stanislawski soll eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2012 datierten Vertrag haben, wonach er die Hamburger am Saisonende für 250 000 Euro verlassen kann. „Ich weiß, was ich in der kommenden Saison machen werde. Wenn es etwas mitzuteilen gibt, werde ich das tun“, sagte Stanislawski, der mitten im Abstiegskampf mit seinem Team nichts weiter zu dem Thema sagen wollte. Von Seiten des Clubs gab es weder eine Bestätigung noch ein Dementi.