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NWZonline.de Sport Fußball

Situation der Bauarbeiter geht Stielike nahe

02.01.2014

Doha Das Elend der Bauarbeiter in Doha erlebt Ulli Stielike auf dem Weg zum Training oder zurück. „Das nimmt mich mit, wenn man die Jungs sieht, bei 40 Grad, wie abgeschlafft und kaputt die in den Autobussen hängen“, sagte der deutsche Trainer des katarischen Fußball-Clubs Al-Arabi.

Der Europameister von 1980 bekommt die Probleme im Land des WM-Gastgebers von 2022 hautnah mit. Hunderte Tote hat es auf WM-relevanten Baustellen bereits gegeben, Gastarbeiter aus Nepal oder Indien arbeiten teils unter unmenschlichen Bedingungen. Stielike tut sich etwas schwer damit, angesichts der weltweiten Kritik am Emirat seine Position zu finden. „Letztens hieß es: Der nimmt keine Stellung. Das ist richtig – nicht, weil ich es nicht will, sondern weil ich es nicht kann“, sagt der 59-Jährige. Er besuche schließlich „keine Baustellen oder Camps, in denen die Bauarbeiter wohnen“.

Stielike empfindet großes Mitleid, doch tun, so sagt er es, kann er eigentlich auch nichts. „Ich wüsste nicht, wie ich diesen Leuten helfen soll“, sagt er ganz offen, „ich habe einen Vertrag hier, um dem Verein zu helfen. Ich muss selbst erst mal gucken, dass ich hier die Punkte vorweise und über Wasser bleibe.“

Das war zuletzt nicht ganz einfach. Al-Arabi, der zweitälteste Fußball-Verein im Lande, einer der renommiertesten und beliebtesten Clubs, dümpelt im Mittelfeld dahin, eine Woche vor Weihnachten verlor Al-Arabi zu Hause gegen den Tabellenletzten 0:1. Es gab und gibt Kritik an Stielike – und die Besitzer katarischer Vereine sind nicht für ihre Geduld bekannt.

Ohnehin ist die gute Bezahlung („mit Sicherheit besser als bei jedem europäischen Verein auf diesem Level“) für den 42-fachen Nationalspieler Ulli Stielike wohl auch manchmal ein bisschen wie Schmerzensgeld. Er wohnt mit seiner Frau in Doha, doch üblicherweise sind „Mann und Frau hier stark getrennt“.

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