Zürich - Viele Skandale kennzeichnen die inzwischen 17-jährige Amtszeit von Joseph Blatter als Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa. Eine Übersicht: 1998: Schon bei der Präsidentenwahl in Paris gibt es Gerüchte über Bestechung von Fifa-Delegierten. Der bisherige Generalsekretär Blatter setzt sich gegen Uefa-Chef Lennart Johansson durch. Der Schwede wundert sich hinterher, dass auf einmal Delegierte, die ihm fest ihre Unterstützung zugesagt haben, für Blatter stimmten. 2002: Elf Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, darunter fünf Vize-Präsidenten, erstatten Anzeige gegen den Fifa-Boss wegen „Verdachts der Veruntreuung und der ungetreuen Geschäftsbesorgung“ beim Ersten Staatsanwalt des Kantons Zürich. Die Anschuldigungen fußen auf einem 31-seitigen Dossier des damaligen Generalsekretärs Michel Zen-Ruffinen, der Blatter der Korruption zu überführen versucht. Beim Kongress in Seoul wird Blatter dennoch wiedergewählt, er setzt sich gegen Herausforderer Issa Haytou (Kamerun) durch. 2010: Die WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) durch das Fifa-Exekutivkomitee bei der Sitzung im Dezember 2010 ruft von Beginn an viele Kritiker auf den Plan. Vor allem die Gastgeberrolle für das Emirat am Persischen Golf ist eine Sensation – angesichts der klimatisch bedenklichen Voraussetzungen für eine Sommer-WM. Später verlegt die Fifa die Endrunde in den Winter, das Finale soll jetzt kurz vor Heiligabend 2022 stattfinden. Korruptionsvorwürfe begleiten seit 2010 beide WM-Gastgeber. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt gegen beide Gastgeber wegen „Unregelmäßigkeiten“. Diese Untersuchung hat die Fifa mit einer am 18. November 2014 gestellten Strafanzeige selbst in Gang gesetzt, sie ist also die Geschädigte. Am 10. März 2015 wird ein Strafverfahren eröffnet. 2015: Zwei Tage vor dem Fifa-Kongress in Zürich werden aufgrund von US-Ermittlungen sieben Fifa-Funktionäre festgenommen. Es geht um Korruption und die Bildung krimineller Vereinigungen. Auf dem Kongress wird Blatter trotzdem mit 133:73 Stimmen gegen Prinz Ali bin Al Hussein (Jordanien) in seine fünfte Amtszeit gewählt. Drei Tage später, am 2. Juni, kündigt Blatter seinen Rücktritt an. Später wird der 26. Februar 2016 als Datum dafür fixiert.
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