Hannover - Die Suche nach einem Schmadtke-Klon bei Hannover 96 dauert noch an. Lieber nichts überstürzen, abwarten und den Markt in Ruhe sondieren: So lautet die Devise von Martin Kind. „Vor dem Wochenende läuft da sicherlich nichts mehr. Wir müssen uns jetzt auch erstmal sortieren“, sagte der Clubchef des Fußball-Bundesligisten am Donnerstag.
Während der bisherige Geschäftsführer Jörg Schmadtke noch die Arbeitsübergabe abwickelt und sich am Donnerstag schon von einigen Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle verabschiedete, häuften sich bereits die Bewerbungen und Empfehlungen auf Kinds Schreibtisch. „Der eine oder andere ist bestimmt dabei, mit dem man sich mal unterhalten sollte“, verriet er.
Ob die gehandelten Martin Bader (Nürnberg), Dirk Dufner (Freiburg), Dietmar Beiersdorfer (St. Petersburg), Jan Schindelmeiser (vereinslos) oder Valérien Ismael (96-Amateurtrainer) zu den Kandidaten gehören, sei „reine Spekulation“.
So zögerlich sich Kind bei der Suche trotz der Absicht, „schnellstmöglich“ einen Nachfolger zu finden, noch gibt – so deutlich hat er das Profil des neuen Managers vor Augen: Schmadtke selbst.
96 hätte am liebsten einen Klon des Erfolgsmanagers: Charakterstark, leistungsorientiert und mit einem Näschen für Talente und günstige Transfers. „Einen zweiten Schmadtke wird es nicht geben, aber ähnlich sollte er schon sein“, verriet Kind.
Den Eindruck, dass Schmadtke zermürbt vom Zerwürfnis mit Mirko Slomka um Auflösung seines unbefristeten Vertrages gebeten hatte, wollte der 96-Trainer nicht stehen lassen. „Fakt ist: Es gab nie einen Machtkampf mit Jörg Schmadtke. Wir haben in der Sache sicherlich auch mal kontrovers diskutiert. Das hat aber vielleicht auch zu unserem Erfolg beigetragen“, meinte Slomka.
Dass Schmadtke dies anders sieht, war am Donnerstag noch einmal deutlich geworden. „Ich wünsche Hannover 96 und Herrn Kind im Besonderen alles Gute“, hatte Schmadtke gesagt – und Slomka unerwähnt gelassen. An diesem Sonnabend (15.30 Uhr) empfängt 96 den deutschen Meister FC Bayern.
