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NWZonline.de Sport Fußball

Ohne Andi Brehme, Aber Mit Pokal: So feiern die WM-Helden von 1990 ihr Wiedersehen

10.07.2015

Kaltern Um 21:56 Uhr bekam Lothar Matthäus sogar noch einmal den WM-Pokal überreicht. 25 Jahre nach ihrem Coup von Rom haben die deutschen Fußball-Weltmeister von 1990 bei einem großen Wiedersehen feierlich in Erinnerungen geschwelgt. Am Kalterer See war am Mittwoch zum Gala-Dinner geladen - dort, wo vor einem Vierteljahrhundert die furiosen WM-Wochen von „Italia Novanta“ begonnen hatten. Die Streiche im Südtiroler Trainingslager, das Solo von Matthäus, die Spucke in Rudi Völlers Haar, die Elfmeter-Paraden von Bodo Illgner - und der entscheidende Strafstoß im Finale von Andreas Brehme: Als auf zwei Leinwänden die Höhepunkte des Turniers gezeigt wurden, gab es immer wieder Szenenapplaus.

Das machen die Weltmeister von 1990 heute

„Es war nicht zu vermeiden, dass die beste Mannschaft Weltmeister wurde“, resümierte Teamchef Franz Beckenbauer, der 15 seiner 22 Kaderspieler von 1990 im noblen Hotel Seeleiten begrüßen durfte. Dass ausgerechnet Brehme dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Korb gab, war ein kleiner Wermutstropfen.

Zumal auch Torwart Illgner zur Feier nicht aus Florida anreiste und Jürgen Klinsmann, inzwischen Trainer der US-Auswahl, wegen des Gold Cups fehlte. Immerhin schickte der Ex-Stürmer eine SMS aus Nordamerika, wie Verbandschef Wolfgang Niersbach erzählte.

Am Ende machten fast drei Viertel des damaligen Nationalteams beim dreitägigen Trip inklusive Golfen und Weinverkostung mit. Niersbach wertete das sichtlich stolz als Erfolg. „Es ist wunderbar, diese Gemeinschaft wieder zu erleben“, sagte der frühere DFB-Pressechef.

Einen Déja-vu-Plan hatten die Organisatoren auch: Fast auf die Minute genau 25 Jahre nach der glorreichen Nacht von Rom durfte Matthäus noch einmal den WM-Pokal in die Höhe stemmen, der ihm von einer feschen Südtirolerin im Dirndl überreicht wurde. Die Trophäe gab der Rekordnationalspieler dann artig weiter an seine Ex-Mitspieler.

Recht bald landete der Pokal auch auf dem Tisch von Beckenbauer, dem Vater des WM-Sieges, und das ohne amtlichen Fußballlehrer-Schein. „Ein richtiger Trainer warst du ja nicht“, witzelte Niersbach, was der „Kaiser“ unter dem Gelächter seiner früheren Schützlinge souverän und in typischer Franz-Beckenbauer-Art parierte: „I war dabei...“.

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