München - Trainer Torsten Fröhling saß mit Tränen der Erleichterung auf der Bank, seine Spieler tanzten entfesselt vor der Nordtribüne. Mit einem Tor in der Nachspielzeit hat 1860 München vor über 57 000 jubelnden Fans in einem erneuten Relegations-Krimi den Absturz in die Fußball-Drittklassigkeit verhindert.

Abwehrspieler Kai Bülow erzielte am Dienstagabend das 2:1 (0:1)-Siegtor im Rückspiel gegen den Drittliga-Dritten Holstein Kiel. Zuvor hatte Daniel Adlung in der 78. Minute das Führungstor von Rafael Kazior (16. Minute) ausgeglichen. „Ich freue mich für die ganze Mannschaft. Das war ein ganz schlechtes Jahr für uns. Wir haben für die Zuschauer, die uns so getragen haben, das Minimalziel erreicht, dass wir nicht abgestiegen sind“, meinte Fröhling, der von 2010 bis 2011 den VfB Oldenburg trainiert hatte.

Den völlig niedergeschlagenen Kielern fehlten nur Sekunden bis zum ersten Aufstieg ins Unterhaus seit 34 Jahren, auch ein 1:1 hätte ihnen gereicht. „Extrem bitter“, meinte Trainer Karsten Neitzel. „Das war das Schlimmste, was in einer Karriere passieren konnte“, sagte Holstein-Profi Marcel Gebers: „Das ist total traurig für den ganzen Verein, das hatten wir nicht verdient.“ Am Ende feierte 1860 ein Happy End nach einer Chaos-Saison. Fröhling schaffte als dritter Trainer der Saison doch noch die Rettung.

Schon in der 6. Minute jubelten die rund 2000 mitgereisten Kieler Fans, doch Schiedsrichter Knut Kircher sah Kazior bei seinem Treffer im Abseits. Doch zehn Minuten später war alles korrekt, als Kazior nach einem von Jaroslaw Lindner verlängerten Eckball von Tim Siedschlag am langen Pfosten unbedrängt abstauben konnte.

Die „Löwen“ agierten fast nur planlos mit langen Bällen, Kiel verteidigte kompakt. Der bis dahin enttäuschende Adlung sorgte mit seinem Schuss aus der Drehung urplötzlich noch einmal für eine dramatische Schlussphase, in der Innenverteidiger Bülow zum glücklichen 2:1-Siegtreffer abstaubte.