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NWZonline.de Sport Fußball

Spiel des Jahres – aber nur für einen Tag

15.12.2015

Oldenburg Für dieses Spiel brach die ARD sogar ihr „Grundgesetz“. Als sich die Fußballer von Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen ein unvergessliches Duell mit Verlängerung lieferten, kippte das „Erste“ kurzerhand die Tagesschau um 20 Uhr aus seinem Programm. Am 1. Mai 1984 wurde erstmals ein Halbfinale des DFB-Pokals live im Fernsehen ausgestrahlt – ein Spiel, das in die Geschichte des Wettbewerbs eingehen sollte. Im Achtelfinale stehen sich die beiden Bundesligisten an diesem Dienstag (19 Uhr) erneut gegenüber. Grund genug zurückzublicken.

Statistik zum Spiel

Mönchengladbach: Uli Sude - Norbert Ringels, Hans-Günter Bruns, Wilfried Hannes, Michael Frontzeck, Kai Erik Herlovsen, Lothar Matthäus, Uwe Rahn, Winfried Schäfer (82. Ulrich Borowka), Ewald Lienen (82. Hans-Jörg Criens), Frank Mill. Trainer: Jupp Heynckes.

Bremen: Dieter Burdenski - Thomas Schaaf, Klaus Fichtel, Norbert Siegmann, Jonny Otten, Rigobert Gruber (17. Karl-Heinz Kamp; 77. Frank Ordenewitz), Wolfgang Sidka, Benno Möhlmann, Norbert Meier, Uwe Reinders, Frank Neubarth. Trainer: Otto Rehhagel.

Tore: 1:0 Lothar Matthäus (40.), 1:1 Norbert Meier (42.), 2:1 Norbert Ringels (44.), 3:1 Uwe Rahn (76.), 3:2 Benno Möhlmann (77.), 3:3 Wolfgang Sidka (80.), 3:4 Uwe Reinders (82.), 4:4 Hans-Jörg Criens (90.+5), 5:4 Hans-Jörg Criens (107.).

Kurioser Spielverlauf

„Das war damals kein normales Spiel“, erinnert sich Uli Borowka, der das Trikot von Mönchengladbach trug und drei Jahre später zu Werder wechselte. Als er für Winfried Schäfer eingewechselt wurde, hatten seine Borussen gerade innerhalb von sechs Minuten einen 3:1-Vorsprung verspielt und lagen 3:4 zurück. Zahlreiche Fans verließen enttäuscht das Stadion am Bökelberg.

Mit Wut im Bauch, so Borowka, habe er den Rasen betreten. „Trainer Jupp Heynckes ließ Hans-Jörg Criens und mich lang auf der Bank schmoren. Da wollten wir zeigen, dass wir etwas bewirken können“, erzählt der 53-Jährige. Der Plan ging auf. In der fünften Minute der Nachspielzeit glich Criens zum 4:4 aus – das Spiel ging in die Verlängerung. Ohnehin hatte alles schon deutlich länger als 90 Minuten gedauert, da eine Ladung Tränengas aus einem Fanblock Teile des Spielfeldes vernebelte. „Ich stand weit genug weg, sah aber, wie sich einige Spieler die Augen rieben“, blickt Borowka zurück.

Darunter war auch der Bremer Wolfgang Sidka (61). „Meine Augen tränten, ich war fast benommen“, erinnert sich der Ex-Trainer des VfB Oldenburg. Es ging hoch her, aber an einen Abbruch dachte niemand. Dafür war das Halbfinale zu spektakulär, bestätigt Sidka, der den Ausgleich zum 3:3 erzielte und Werder hoffen ließ. Als Uwe Reinders dann kurz vor Schluss zum 4:3 traf, stand die Elf von Otto Rehhagel mit einem Bein im Finale. „Wir haben eine große Chance verpasst“, bedauert Sidka.

Das lag vor allem am Gladbacher Criens, der nach seinem Ausgleich auch noch den Siegtreffer in der Verlängerung erzielte. Der Begriff des „Joker“ war geboren – für einen Einwechselspieler, der eine Begegnung entscheidet.

Lemke legt Protest ein

Werders Manager Willi Lemke legte zwar wegen der Tränengas-Attacke Protest ein, zog diesen aber wenige Tage später zurück. So fuhr die Borussia zum Finale ins Frankfurter Waldstadion, in dem sie Bayern München mit 7:8 im Elfmeterschießen unterlag. „Wir hatten beim Elfmeter alle die Hosen voll“, erzählt Borowka, der selbst jedoch verwandelte.

An diesem Dienstag kann er sich das Achtelfinale ganz in Ruhe von der Tribüne aus anschauen. „Die Borussia hat mich eingeladen“, sagt Borowka und hofft, dass die „Gesetze des Pokals“ greifen, damit die Bremer eine Chance haben. „Werder hat zuletzt beschämende Leistungen gezeigt, die auch noch schöngeredet wurden“, lässt er kein gutes Haar an seinem ehemaligen Club, mit dem er 1991 und 1994 den Pokal holte. Den „Pott“ stemmte Sidka zwar nie in die Höhe, liebt aber trotzdem den Reiz dieses Wettbewerbs: „In einem Spiel ist immer alles möglich“, drückt er den Bremern die Daumen.

Auf eine Live-Übertragung verzichtet die ARD am Dienstag, wohl ahnend, dass sich die Dramatik von einst nicht wiederholt. Spannender geht’s nicht, dachten alle Fußballfans am 1. Mai 1984. Doch es ging, wie sich schon einen Tag später herausstellte. So war Gladbach gegen Bremen das Spiel des Jahres – aber nur für einen Tag. Im zweiten Halbfinale standen sich am 2. Mai der damalige Zweitligist Schalke 04 und Bayern gegenüber. Es endete 6:6. Da es damals im DFB-Pokal noch kein Elfmeterschießen gab, kam es zum Wiederholungsspiel, das die Münchner eine Woche später mit 3:2 gewannen.

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