Ottawa - 39 Jahre und fünf Monate: Margarete „Meg“ Pioresan wurde seit der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 1995 in Schweden als älteste WM-Fußballerin in den Statistiken geführt. Die Brasilianerin mit deutschen Wurzeln war auch Handball-Nationalspielerin und hatte diese Bestmarke inne, seit sie als Torhüterin beim 1:6 im WM-Gruppenspiel am 9. Juni 1995 gegen Deutschland in Karlstad eingesetzt wurde. 20 Jahre hat dieser Rekord gehalten. Nun wird Meg in Kanada von der US-Amerikanerin Christie Rampone und Perpetua Nkwocha (Nigeria) abgelöst.

Nkwocha ist ebenfalls 39 Jahre und fünf Monate alt. Zwar könnte Meg entgegen halten, dass sie 1996 bei den Jahrhundert-Spielen in Atlanta als 40-Jährige noch dabei war. Doch diese Hoffnung hegt auch noch Nkwocha, die mit den „Super Falcons“ im Rennen um das Afrika-Ticket für Olympia in Rio de Janeiro 2016 als Favoritin gilt.

Über diesem Duo aber thront noch Christie Rampone. Die Amerikanerin feiert am 24. Juni ihren 40. Geburtstag. 306 Länderspiele seit 1997 hat die Defensivspezialistin absolviert. 1999 gewann Rampone mit den USA im eigenen Land den WM-Titel, dreimal wurde ihr die olympische Goldmedaille umgehängt.

Auch wenn die zweifache Mutter im Auftaktmatch gegen Australien (3:1) nur auf der Bank saß, verfolgt sie doch bei ihrer fünften und letzten WM-Teilnahme ehrgeizige Ziele. Nach 16 Jahren will sie mit dem US-Team endlich wieder die WM-Krone. „Bring it home“ (Bring sie nach Hause) heißt das Motto der Mannschaft von Trainerin Jill Ellis.

Rampone hat die schmerzliche WM-Finalniederlage 2011 in Frankfurt gegen Japan abgehakt, vergessen ist sie aber nicht. „Silber gehört genauso zur Karriere wie Gold“, sagt sie und ergänzt kämpferisch: „Niederlagen bauen dich auf und machen dich stärker. Spiele wie das Finale 2011 gegen Japan vergisst man nie.“

Die Nigerianerin Perpetua Nkwocha spielt seit 2007 in Schweden und hatte ihr Karriere-Ende schon mehrfach angekündigt. Als sie mit ihrer Elf in der Olympia-Qualifikation für London 2012 gescheitert war, setzte sie ihre Ankündigung um und trat zurück. Allerdings wurde sie zum Afrika-Cup 2014 reaktiviert. Auch bei der WM in Kanada mochte Trainer Edwin Okon nicht auf Nkwocha verzichten.