Hamburg/München - Nach der 2:9-Blamage in München hat Clubchef Carl Edgar Jarchow Klartext gesprochen und den Fußball-Profis des Hamburger SV offen mit Konsequenzen gedroht. „Die Mannschaft hat total in sich versagt, und zwar alle zusammen. Es bleibt festzuhalten, dass das, was in München passiert ist, einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig war, eines HSV nicht würdig war“, stellte der Vorstandsvorsitzende am Tag nach dem Oster-Debakel frustriert fest.
Nach der an Arbeitsverweigerung grenzenden Vorstellung des als „Hilfloser Sport-Verein“ verspotteten Traditionsclubs HSV will er nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Aus diesem Spiel werden wir sicher unsere Schlüsse ziehen und die werden uns sicher auch beeinflussen beim Fazit am Ende der Saison“, drohte Jarchow.
Der FDP-Politiker hielt indes an Thorsten Fink fest, nahm in gar in Schutz: „Der Trainer muss nicht gehen. Wir haben einstimmig entschieden, mit ihm weiterzumachen. Er wird auch gegen Freiburg und noch länger auf unserer Bank sitzen“, sagte Jarchow am Montag.
Immerhin zeigten die HSV-Spieler Reue und versuchten gar nicht erst, ihren unterirdischen Auftritt schönzureden. Um den Schaden zu begrenzen, suchen sie den schnellen Schulterschluss mit den eigenen Anhängern. Von denen hatten sich allein 8000 gen München aufgemacht und kamen entsprechend aufgebracht zurück nach Hause.
Man wolle sich bei den Fans für „das „unwürdige Auftreten entschuldigen“, betonte Torhüter René Adler. Die Mannschaft lädt alle Anhänger am Sonnabend, 20. April (15.30 Uhr), nach dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf zum gemeinsamen Grillen ein und übernimmt sämtliche Kosten für Essen und Getränke. „Wir möchten uns stellen, Rede und Antwort stehen, auf die Fans zugehen“, sagte Adler.
An diesem Sonnabend (18.30 Uhr) gegen den SC Freiburg soll nun „ein ganz anderer HSV“ zu sehen sein. „Wir müssen eine Reaktion zeigen und den Fans etwas zurückzahlen“, fordert Fink.
