[SPITZMARKE] - POTSDAM/DPA - Der Meister-Trainer wollte mit seinen Tränen allein sein, die Heldinnen aber badeten in Sektfontänen und kreischten ihr „Oh wie ist das schön“: Der 1. FFC Turbine Potsdam hat mit dem Gewinn des Uefa-Cups nicht nur den größten Erfolg der 34-jährigen Vereinsgeschichte gefeiert, sondern auch den deutschen Frauen-Fußball ein gehöriges Stück voran gebracht. Mit dem 3:1 (3:1) über den siebenmaligen schwedischen Titelträger Djurgarden/Älvsjö Stockholm holte der entthronte deutsche Meister nach dem 2:0 im Hinspiel zum zweiten Mal die wertvollste Trophäe im Frauen-Vereinsfußball nach Deutschland. Zuvor war das nur dem 1. FFC Frankfurt 2002 gelungen.

„Das ist ein Erfolg für die Stadt Potsdam, für das Land Brandenburg, für Deutschland – und wir haben vor allem für den Osten gespielt“, schrie Trainer Bernd Schröder wenige Stunden nach dem Triumph vom Balkon des Potsdamer Rathauses.

Drei Minuten vor Abpfiff des Spiels war der 62-Jährige in der Kabine verschwunden, um seine Tränen der Rührung nicht in der Öffentlichkeit preisgeben zu müssen. Schröder, der dienstälteste Trainer im deutschen Spitzen-Fußball, betreut die Potsdamer „Turbinchen“ seit der Vereins-Gründung im Jahr 1971. Nach dem Sieg wurde er vom Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger mit der DFB-Verdienstnadel für sein Engagement geehrt.

Vor der Potsdamer Rekordkulisse von 8664 Zuschauern hatte Turbine einen Blitzstart hingelegt und nach Treffern von Petra Wimbersky (2.) und Conny Pohlers (9.) den Cup praktisch schon gesichert. Auch der Anschlusstreffer durch Kristin Bengtsson (10.) brachte Potsdam nicht aus dem Konzept, nur sechs Minuten später stellte Pohlers mit ihrem 14. Tor in dieser Uefa-Cup-Saison den Endstand her.

Schröder nutzte dann in der Stunde des Erfolges auch gleich die Gelegenheit und machte sich für eine Umbenennung des Cups in Champions-Liga stark.