[SPITZMARKE][SPITZMARKE]PRESTON - PRESTON/SID - Ganz ohne Zickenkrieg genießen Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen vor ihrem Auftaktspiel bei der EM-Endrunde in England am Montag gegen Norwegen in Warrington (19 Uhr/Eurosport) die interne Harmonie ebenso wie ihren Status als Turnierfavorit.
„Wir nehmen diese Rolle gerne an und wollen zeigen, wie gut wir sind“, erklärte DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer voller Vorfreude auf das Unternehmen Titelverteidigung. „England ist etwas Besonderes, es ist das Mutterland des Fußballs, und die gepflegten Trainingsfelder erinnern an Golfplätze. Das ist schon toll“, staunte die Trainerin vor ihrer Abschiedsveranstaltung.
Allenfalls die Ungewissheit über den Einsatz von Weltfußballerin Birgit Prinz beeinträchtigt ein wenig die gute Atmosphäre. Die Stürmerin vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt, mit 15 EM-Spielen (fünf Tore) erfahrenste deutsche Europameisterin, plagt sich seit zwei Wochen mit einer Zerrung im rechten Oberschenkel herum und konnte am Sonnabendabend auf der Anlage des Myerscough-College erstmals wieder alleine mit dem Ball trainieren. „Ich mache gute Fortschritte, aber die Planungen laufen auf einen Einsatz in der zweiten Partie am Donnerstag gegen Italien hinaus“, sagte die 27-jährige Prinz.
Obwohl ihr nur noch ein Treffer fehlt, um Ex-Nationalspielerin Heidi Mohr (83 Tore) in der ewigen DFB-Rekordtorschützenliste zu überholen, will die Frankfurterin heute kein Risiko eingehen. In der Stürmerlotterie dürfen Anja Mittag, Petra Wimbersky (beide Turbine Potsdam), Inka Grings (FCR Duisburg) und Sandra Smisek (FSV Frankfurt) auf einen Einsatz hoffen.
Kein Thema mehr sind in der DFB-Auswahl die Irritationen nach dem DFB-Pokalfinale zwischen Potsdam und Meister Frankfurt (3:0). Turbine-Trainer Bernd Schröder („Nur Steffi Jones und Pia Wunderlich haben uns gratuliert“) hatte den Frankfurtern um Manager Siegfried Dietrich vorgeworfen, sich unsportlich verhalten zu haben. „Wir Spielerinnen haben keine Probleme miteinander“, beteuerte Prinz und liefert den Beweis gleich mit: Sie teilt sich bei der EM wie üblich das Zimmer mit der Potsdamerin Ariane Hingst.
Um ihre Spielerinnen optimal auf die „schwierige Aufgabe“ gegen den zweimaligen Europameister Norwegen vorzubereiten, bat Theune-Meyer gestern Abend zur „Anstoßzeit“ zum Abschlusstraining. Gegen Norwegen hat das deutsche Team eine negative Bilanz (10 Niederlagen/9 Siege).
Mitfavorit Schweden kam zum Auftakt nicht über ein 1:1 gegen Dänemark hinaus. Gastgeber England schlug Finnland mit 3:2.
