München - Der Kompromiss im „Löwen“-Machtkampf trägt einen großen Namen: Sven-Göran Eriksson (64). Mit dem schwedischen Startrainer an der Seite von Coach Alexander Schmidt will Fußball-Zweitligist 1860 München den von Investor Hasan Ismaik mit allen Mitteln angestrebten Sprung auf die ganz große Fußball-Bühne perfekt machen. Nach langem Machtkampf billigte der Verein in einer Nachtsitzung am Dienstag die mühsam zustande gekommene Einigung und beendete so seine Chaos-Tage.
„Der einzige Verlierer hätte der Verein sein können“, betonte Präsident Dieter Schneider nach der Einigung erleichtert – er war in den vergangenen Tagen zur Zielscheibe der Kritik Ismaiks geworden. Auch der vom jordanischen Geschäftsmann aufgelegte Dreijahresplan hat Bestand. „Wir werden ihn weiter gemeinsam verfolgen“, sagte Aufsichtsratschef Otto Steiner.
„Alexander Schmidt wird Trainer bleiben“, betonte Steiner nach der knapp siebenstündigen Marathonsitzung. Eriksson, der in seiner langen Laufbahn unter anderem das englische Nationalteam gecoacht hatte, soll nun zusammen mit dem Nachfolger des geschassten Reiner Maurer die „Löwen“-Mannschaft führen – und zwar möglichst in die Bundesliga.
Die genaue Rollenverteilung müsse dabei noch geklärt werden, hieß es. „Wir werden jetzt in die Gespräche mit den Trainern einsteigen, um die beste Lösung zu finden“, sagte Geschäftsführer Robert Schäfer.
Fußballlehrer Schmidt, der via Telefon im Trainingslager im türkischen Belek informiert wurde, begrüßte die Zusammenarbeit mit Eriksson. „Ich bin generell aufgeschlossen.“ Zugleich stellte Schmidt, der vor zwei Monaten Maurers Nachfolge angetreten hatte und am Dienstag mit 1860 ein Testspiel gegen Dinamo Zagreb 1:0 gewann, klar: „Ich werde keinen Co-Trainer mehr machen.“
