München - Robert Lewandowski gab seinem Trainer die Antwort eines großen Fußballers. Der polnische Musterprofi zog sich nach seiner Bankrolle im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon nicht beleidigt in den Schmollwinkel zurück, sondern wandelte seinen Ärger in positive Energie um. Beim 3:0 (0:0) des 99,99-Prozent-Meisters FC Bayern gegen den von Diskussionen um Trainer André Breitenreiter genervten FC Schalke beendete der Pole seine kurze Schaffenskrise und erzielte seine Saisontore 26 und 27.
„Ich bin nicht zufrieden, wenn ich auf der Bank sitze und meinen Kollegen zuschauen muss“, gestand der ehrgeizige Angreifer. Aber er versprühte keinen Groll auf Pep Guardiola, sondern äußerte professionelle Einsicht: „Jeder Spieler will jedes Spiel spielen, aber das ist unmöglich. Du kannst nicht alle drei Tage hundert Prozent geben in einer Saison. Manchmal ist es vielleicht auch gut, mal zu stoppen und dann neu Gas zu geben.“ Er habe eine Phase mit „kleinen Problemen“ hinter sich, berichtete er: „Ich fühle mich jetzt wieder gut.“
Lewandowski ist wieder da. Das war – kurz vor dem Halbfinale in der Champions League gegen Atlético Madrid und drei Tage vor dem Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen an diesem Dienstag – die beste Nachricht für den FC Bayern, der erst nach der Pause meisterlichen Glanz verbreitete. Lewandowski (54./65. Minute) und der seit Wochen herausragende Münchner Vorarbeiter Arturo Vidal (73.) erzielten die Tore.
Es war nicht die längst zur Gewohnheit gewordene Niederlage gegen einen übermächtigen FC Bayern, die Schalkes Manager Horst Heldt in Rage brachte. Stattdessen nervten ihn die Spekulationen um eine Ablösung von Trainer André Breitenreiter zum Saisonende und andere öffentliche Störfeuer auch aus Mainz von seinem Nachfolger Christian Heidel.
„Ich erbitte mir mal Ruhe im Saisonendspurt“, schimpfte Heldt nach dem 0:3. Breitenreiter musste sich schon vor dem Anpfiff Fragen gefallen lassen, wie er sich denn als Trainer auf Abruf fühle. „Ich bin Schalke-Trainer und das werde ich auch in der nächsten Saison sein“, antwortete der 42-Jährige trotzig. Als neuer Coach wird Markus Weinzierl vom FC Augsburg beim Revierclub gehandelt.
