Oldenburg - Nahezu mühelos, fast fehlerlos, absolut schnörkellos: Mit einem souveränen Arbeitssieg gegen die U 23 von Hannover 96 hat der VfB Oldenburg seine Erfolgsserie in der Fußball-Regionalliga ausgebaut. Vor offiziell 1897 Zuschauern setzte sich das Team von Trainer Alexander Nouri am Sonntag im Marschwegstadion gegen den zuvor zehntplatzierten Gegner mit 2:0 (1:0) durch. Nach zuvor drei Siegen und einem Remis festigten die Gastgeber den Platz in der Spitzengruppe und sind nun erster Verfolger von Ligaprimus VfL Wolfsburg II. Das Thema Meisterschaft ist aber weiterhin gar kein Thema.
„Die Hälfte haben wir jetzt schon“, meinte Nouri mit Blick auf die nun 20 Punkte auf dem Konto. 40 Zähler sind die Marke, die in der Regel zum Klassenerhalt reichen sollte. „Natürlich gucken wir auch auf die Tabelle, aber theoretisch können wir immer noch absteigen. Wir denken von Spiel zu Spiel und müssen immer unsere Leistung bringen“, sagte Peer Wegener, ohne dabei abgedroschen zu klingen.
Und die Leistung stimmte an diesem Sonntag. Die Oldenburger erkämpften sich in der ersten Halbzeit deutlich mehr Spielanteile, kamen gegen einen eher auf die Defensive bedachten Gegner jedoch zunächst nur vereinzelt zu Chancen aus der Distanz. Schüsse von Kai Pröger (13.) und Addy-Waku Menga (14.) gingen jeweils über das Tor.
Der 96-Nachwuchs verbuchte danach einige gute Konterchancen. In der 32. Minute hatte Jonathan Schmude die größte Möglichkeit des ersten Spielabschnitts. Nach einer Kurz-Flanke von Deniz Kadah köpfte der Mittelfeldspieler aus fünf Metern knapp am Tor von Mansur Faqiryar vorbei. Wenig später parierte der VfB-Keeper mit einem starken Reflex gegen Sebastian Ernst (38.).
Kurz vor der Pause erzielte Wegener die Führung für die Gastgeber. Nach einem von der Mauer abgewehrten Freistoß von Menga flankte Thorsten Tönnies an die Strafraumgrenze, wo der VfB-Innenverteidiger den Ball annehmen konnte und mit einem abgefälschten Schuss das 1:0 markierte (43. Minute). „Der Ball flatterte stark. Ich wusste, dass ich ihn irgendwie annehmen und schnell aus der Drehung aufs Tor bringen musste. Das ist nicht zu verteidigen – da kenne ich mich als Verteidiger ja bestens aus“, sagte Wegener.
Direkt nach dem Wechsel erhöhte Menga auf 2:0. Nach einem Pass von Leo Baal, der sich den Ball stark erkämpft hatte, war der Torjäger frei durch, ließ 96-Keeper Konstantin Fuhry elegant aussteigen und schob lässig zum 2:0 ein (47.). „Das war ein typischer Menga“, sagte Wegener mit einem Schmunzeln: „Er hatte die Faust schon zum Jubel geballt, als der Ball noch gar nicht im Tor war.“
Erst in der 71. Minute hatte Nicolas Rayski die nächste Chance für Hannover. Wenig später verpasste Lucas Höler per Kopfball nach einem Freistoß das 3:0 (74.). Es folgten weitere 96-Möglichkeiten von Salif Sane (77.) – einem der wenigen Aktivposten im Gästeteam – und Robert Herrmann (80.), doch der VfB-Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.
„Fußballerisch war das ein Fortschritt zu unseren vorherigen Spielen, aber wie leicht wir hier die Tore bekommen, das hat mit Hirn und Herz zu tun. Ich stelle mir die Frage, ob einige Spieler in diese Liga gehören“, übte 96-Trainer Sören Osterland scharfe Kritik, während Nouri zufrieden war. „Wir haben es im Kollektiv geschafft – mit der Liebe fürs Detail in den Zweikämpfen“, sagte der VfB-Coach mit einem zufriedenen Lächeln.
