STEGERSBACH - Der erste Bundesligaprofi hat die Hilflosigkeit seines Arbeitgebers im Konflikt um die Abstellungen für das olympische Fußball-Turnier ausgenutzt. Verteidiger Rafinha missachtete das Peking-Verbot seines Clubs Schalke 04; er erschien am Montag nicht zur Abreise der Königsblauen zum Trainingslager ins österreichische Stegersbach und wird an diesem Dienstag zum Treffpunkt der brasilianischen Olympiamannschaft in Paris reisen.

Über den Umweg Brasilien schoss der kleine Verteidiger scharf gegen seinen Arbeitgeber. „Sie drohen mir, machen Druck, sagen, dass sie mich verkaufen werden“, sagte Rafinha dem TV-Sender „O Globo“. Eventuellen Sanktionen sieht der Abwehrspieler gelassen entgegen. „Wenn sie den Vertrag auflösen, wird es ihnen leid tun. Große Vereine haben schon ihr Interesse an mir gezeigt. Schalke wollte mich aber nicht verkaufen. Es wäre traurig, wenn ich gehen müsste, aber dann wäre ich frei für einen neuen Club.“

„Ich habe mit Rafinha am Sonntagabend noch einmal telefoniert und ihm eindringlich gesagt, dass sich an unserer Haltung in dieser Sache nichts geändert hat und wir ihn am Montag zur Abfahrt erwarten. Er hat mir da schon mitgeteilt, dass er nicht zum Treffpunkt erscheinen und mit ins Trainingslager fahren wird“, sagte Schalkes Manager Andreas Müller zum dreisten Verhalten des 22-jährigen Abwehrspielers.

Rafinha steht in Schalke noch bis 2010 unter Vertrag. Eine Geldstrafe wird der Brasilianer wohl in Kauf nehmen müssen, ob es auch so etwas wie eine Abmahnung gibt, ist nicht klar. Müller: „Ich werde mich mit meinen Vorstandskollegen Josef Schnusenberg und Peter Peters absprechen, wie es weiter geht.“