STEGERSBACH/HAMBURG/MA - Mit der Androhung harter Konsequenzen und dem möglichen Gang durch die sportjuristischen Instanzen will Fußball-Bundesligist Schalke 04 seinen abtrünnigen brasilianischen Abwehrspieler Rafinha im Streit um dessen Olympia-Teilnahme zu einem Sinneswandel bewegen.
„Er hat mit Schalke 04 einen Vertragsbruch begangen, und es widerspricht der olympischen Charta, dass solch ein Spieler bei den Spielen antreten darf“, sagte Schalke-Manager Andreas Müller am Dienstag im Trainingslager in Stegersbach. Der Club sandte am Dienstag eine Aufforderung an das IOC, den brasilianischen Fußball-Verband (CBF) und das nationale brasilianische Olympia-Komitee, bis Mittwoch, 12 Uhr, eine „Klärung des Spielerstatus“ herbeizuführen.
Sollte bis zum Fristablauf keine Reaktion erfolgen, will Schalke den Fall der Fifa übergeben, verbunden mit der Bitte, den Internationalen Sportgerichtshof CAS einzuschalten. Rafinha selbst, der sich am Dienstag zum Olympia-Treffpunkt der Selecao in Paris begeben wollte, wurde mit den möglichen Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert. In einem Schreiben klärte ihn der Verein über die Strafe bei Vertragsbruch auf. Sie soll bei 25 000 Euro pro Tag liegen.
„Wir hoffen, dass bei Rafinha nun ein Sinneswandel einkehrt“, meinte Müller und ließ dem Profi ein Hintertürchen zur Versöhnung offen: „Falls er am Mittwoch oder Donnerstag im Trainingslager auftaucht, wird es keine weiteren Konsequenzen geben.“
Doch nicht nur deutsche Vereine liegen mit ausländischen Verbänden im Clinch. Der brasilianische Verband bezeichnete das Olympia-Verbot von Real Madrid für deren Star Robinho als „Respektlosigkeit gegenüber dem Verband und den Fans“. Reals Erzrivale FC Barcelona will seinen argentinischen Star Lionel Messi nicht freigeben.
Derweil lässt der Hamburger SV Abwehrspieler Vincent Kompany zu Olympia reisen. Der Club einigte sich mit dem Belgier am Dienstag auf einen Kompromiss, nach dem Kompany dem HSV zum Bundesligastart wieder zur Verfügung stehen muss. Er wird demnach nur die beiden Vorrundenspiele gegen Brasilien (7. August) und China (10. August) absolvieren.
