Sydney - Uli Stielike gab seiner festen Überzeugung schwarz auf weiß Ausdruck: „Südkorea kann stolz auf seine Jungs sein“, hatte der Trainer der südkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft in koreanisch auf ein Stück Papier geschrieben.

Der deutsche Ex-Nationalspieler hatte zwar das Endspiel beim Asien-Cup in Sydney mit den „Taeguk Warriors“ gegen Gastgeber Australien mit 1:2 (1:1, 0:1) unglücklich verloren, der Auftritt seiner Elf hatte ihn dennoch überzeugt.

Seit 55 Jahren warten die Südkoreaner auf den dritten Triumph bei der Asien-Meisterschaft, die sie 1956 und 1960 gewannen.

Am Sonnabend vor 76 385 australischen Fans waren die Stielike-Spieler ganz nah dran. Vor allem der Leverkusener Heung-Min Son mit seinem 1:1-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit (90. Minute +1) ließ die Anhänger Südkoreas in der Riesen-Arena und die Millionen daheim vor den Bildschirmen jubeln. Entschlossen hatte sich der Bayer-Star im Strafraum durchgesetzt und die Angriffsbemühungen der Südkoreaner belohnt.

Massimo Luongo (43.) hatte die Aussies in Führung gebracht, es war das erste Gegentor Südkoreas im Turnier. In der Verlängerung hätte Son beinahe das 2:1 erzielt (103.), doch stattdessen traf James Troisi (105.) für Australien zum Sieg.

Den „Socceroos“ gelang zehn Jahre nach ihrem Wechsel des Kontinentalverbandes erstmals der Gewinn des Asien-Cups. Robbie Kruse von Bayer Leverkusen und Mathew Leckie vom FC Ingolstadt standen in der Startelf.

Einziger Wermutstropfen war die Blessur von Kruse, der ausgewechselt werden musste. Zunächst wurde ein Achillessehnenriss befürchtet. Inzwischen gab die medizinische Abteilung aber Entwarnung. Allerdings besteht der Verdacht auf einen Bänderriss im Sprunggelenk, weitere Untersuchungen folgen. Zur Feier des Triumphes kam Kruse an Krücken auf den Platz.