Bremen - Nach einem knappen halben Jahr ist der Finanzstreit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Bremer Senat über die Übernahme zusätzlicher Kosten bei Risikospielen im Weserstadion wieder aufgeflammt. Bezugnehmend auf das bevorstehende Bundesliga-Nordderby am 19. April zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV hat die Landesregierung, wie nun bekannt wurde, bereits vor zwei Wochen die DFL informiert, ihr eine Gebührenrechnung zukommen zu lassen.

„Wir rechnen mit einer hohen Zahl von Gästefans, in deren Reihen sich zahlreiche gewaltbereite Problemfans und Gewalttäter befinden. Bei den vergangenen Begegnungen konnten schwere Auseinandersetzungen nur durch starke Polizeipräsenz verhindert werden“, sagte dazu Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Man werde alles tun, damit das Derby friedlich über die Bühne geht. Dazu brauche es aber deutlich mehr Polizisten.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Bremische Bürgerschaft ein Gesetz verabschiedet, demzufolge ein Verschicken von Kostenbescheiden rechtlich möglich ist, wenn bei einer gewinnorientierten Veranstaltung mit mehr als 5000 Teilnehmern Gewalttätigkeiten zu erwarten sind. Die DFL und auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatten vehement gegen derlei Zusatzzahlungen protestiert und deutlich gemacht, entsprechende Bescheide an den Verein SV Werder weiterzureichen.

Nun steuert der Gebührenkonflikt auf eine Auseinandersetzung vor Gericht zu. „Der Alleingang des Bundeslandes Bremen löst keine Probleme und ist rechtlich äußerst fragwürdig. Sollte ein Gebührenbescheid eingehen, wird sich die Liga mit allen juristischen Möglichkeiten dagegen zur Wehr setzen“, sagte ein DFL-Sprecher am Mittwoch. Man werde wie angekündigt alle Bescheide an Werder weiterleiten.

An der Weser wird man es auf diese Kraftprobe mit der DFL wohl ankommen lassen. Daran ließ Björn Tschöpe, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, keinen Zweifel: „Wir wollen durchsetzen, dass dieser milliardenschwere Unterhaltungskonzern endlich angemessen an den Kosten beteiligt wird, die durch die Krawalle rund um die von ihm durchgeführten Profifußballspiele entstehen.“ Behördeninternen Schätzungen zufolge werden knapp 1000 statt wie sonst üblich etwa 150 Polizisten beim HSV-Gastspiel im Einsatz sein. Dies soll Mehrkosten von etwa 300 000 Euro verursachen.