Was überwiegt bei Ihnen: die Freude über Ihre beiden Treffer nach mehr als 3000 Minuten ohne Bundesliga-Tor oder der Frust, dass es nach einer 2:0-Führung gegen den 1. FC Nürnberg nur zu einem 3:3 reichte?
Eljero Elia (26)Ganz klar die Enttäuschung. Es geht nicht um mich, auch wenn es natürlich schön war, endlich wieder zu treffen. Aber ich hätte die beiden Tore lieber nicht geschossen und dafür mit der Mannschaft zusammen den Gewinn von drei Punkten gefeiert.
Wie konnte es passieren, dass Werder die 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben hat?
EliaDas weiß ich auch nicht so genau. Bei einer 2:0-Führung im eigenen Stadion müssen die Punkte hier bleiben. Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich toll nach vorne gespielt und standen hinten sicher. Nürnberg hatte keine Chance – und dann machen sie kurz vor der Halbzeit den Anschlusstreffer. Aber vor allem haben wir in der zweiten Hälfte nicht mehr Fußball gespielt. Daran müssen wir arbeiten.
Glauben Sie, dass der Knoten bei Ihnen persönlich jetzt geplatzt ist? Sie standen in den Medien, aber auch bei den Fans in der Kritik.
EliaIch hoffe das. In der Mannschaft, vom Trainer und von meinem Physiotherapeuten habe ich die ganze Zeit über sowieso viel Unterstützung bekommen. Wir haben viel geredet, und der Trainer hat mir die ganze Zeit über das Vertrauen geschenkt. Ich bin froh, dass ich es mit den Toren gegen Nürnberg zurückgeben konnte. Auch meine Freundin hat heute Morgen noch zu mir gesagt: ,Heute machst Du Dein Tor.‘
Also Sie nehmen schon etwas Positives aus diesem Sonntagnachmittag mit?
EliaJa klar, auch wenn ich mich, wie gesagt, mehr über das Unentschieden ärgere. Die beiden Tore haben mir auf jeden Fall Selbstvertrauen gegeben. Es ist wichtig für mich, zu wissen, dass ich wieder für Werder treffen kann. Aber ich werde mich darauf nicht ausruhen. Mir ist klar, dass ich in jedem Training weiter hart an mir arbeiten muss.
