STUTTGART - Armin Veh traute dem Braten nicht. „Wir werden noch lange Probleme haben“, erklärte der Trainer des deutschen Fußball-Meisters VfB Stuttgart nach dem glücklichen 1:0 am elften Bundesliga-Spieltag gegen Bayer Leverkusen und wollte trotz des ersten Sieges nach zuvor fünf Pflichtspiel-Pleiten in Serie keine Entwarnung geben. „Ich bin Fußball-Lehrer und kein Zauberer“, meinte der 46-Jährige im Hinblick auf die nach wie vor angespannte Personalsituation bei den Schwaben.

Die personelle Notlage war es allerdings, der Veh indirekt den Erfolg zu verdanken hatte. Denn ohne die Ausfälle von Fernando Meira, Pavel Pardo (beide gesperrt) Matthieu Delpierre, Antonio da Silva, Ludovic Magnin sowie Ciprian Marica (alle verletzt) wäre Andreas Beck sicher nicht zum Einsatz gekommen. Der 20-Jährige, der vor der Partie in dieser Saison lediglich fünf Minuten auf dem Platz stand, erlöste den VfB und die 51 000 Zuschauer in der 72. Minute mit seinem ersten Bundesliga-Treffer.

„Eigentlich ist das da vorne gar nicht meine Position. Aber ich bin mitgegangen, plötzlich kam der Ball zu mir, und kurz darauf wurde ich an der Bande erdrückt“, beschrieb der Außenverteidiger seinen ersten Treffer in der Eliteklasse. Ansprüche auf einen Stammplatz wollte der bescheidene U-21-Nationalspieler, neben dem Veh in Julian Fischer und Marco Pischorn zusätzlich zwei Debütanten auf den Rasen schickte, aus seinem Tor aber nicht ableiten: „Ich habe lange auf meine Chance gewartet. Aber meine Situation ist nicht wichtig, es geht nur um die Mannschaft.“

Allerdings wird der VfB Beck auch künftig brauchen, denn der ausgewechselte Roberto Hilbert erlitt einen Riss des vorderen Außenbandes im rechten Sprunggelenk und fällt zwei bis drei Wochen aus. Damit ist auch Hilberts Einsatz in den EM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft am 17. November gegen Zypern und am 21. November gegen Wales gefährdet.