STUTTGART - STUTTGART/SID/DPA - Jürgen Kohler nahm die Gratulation seines Lehrmeisters Giovanni Trapattoni entgegen und genoss sein gelungenes Trainerdebüt in der Fußball-Bundesliga. „Ich bin natürlich sehr glücklich. Auch wenn ich das Geschäft seit Jahren gut kenne, war ich doch etwas nervös“, meinte er nach dem 1:0 (1:0) mit dem MSV Duisburg beim VfB Stuttgart und dessen Coach Trapattoni.

Ausgerechnet der in der Winterpause aus Stuttgart ausgeliehene Marco Caligiuri (43.) sorgte bei seinem Bundesliga-Debüt für die Entscheidung zu Gunsten des MSV. „Das ist wie im Märchen“, sagte der 21-Jährige. Beim VfB war er nicht berücksichtigt worden, nun revanchierte er sich mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze und fügte Nationaltorhüter Timo Hildebrand den ersten Gegentreffer seit 392 Minuten zu.

Bei den Stuttgartern beklagte Trapattoni nach der ersten Pleite seit dem 1:2 am 21. September gegen den Hamburger SV einen Rückfall in alte Zeiten. „Wir haben Fehler wie zu Saisonbeginn gemacht“, tadelte er.

Vor der Saison-Minuskulisse von 31 000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion ließ der VfB vor allem in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen ungenutzt. Zu allem Überfluss erkannte Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) einen regulären Treffer des eingewechselten Mario Gomez (59.) wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht an. Doch schon vor der Partie lief beim VfB nicht alles rund. In einem Interview übte Nationalspieler Andreas Hinkel Kritik an der medizinischen Abteilung des Vereins. „Ich weiß, dass in der Therapie Fehler gemacht worden sind“, sagte Hinkel, der sich im März 2004 am Sprunggelenk verletzt und danach über ein Jahr mit Problemen herumgeplagt hatte. Unterdessen machte die Personal-Abteilung des VfB nach der Partie Nägel mit Köpfen: U-21 Nationalspieler Christian Gentner verlängerte seinen Vertrag bis 2010. Dagegen sind die Zeiten von Kai Michalke beim MSV wohl vorbei. Er hat mehrere Angebote aus der Zweiten Liga und dem Ausland vorliegen.