STUTTGART - Der VfB will am Mittwoch im Pokalhalbfinale gegen Wolfsburg nachlegen. Die Niedersachsen nähern sich langsam einem Abstiegsplatz.

Von Marc Zeilhofer

und Ulrike Weinrich

STUTTGART - Hannovers Pechvogel Dariusz Zuraw trottete mit versteinerter Miene vom Feld, stand aber noch lange nach seinem Abgang im Mittelpunkt der ausgelassenen schwäbischen Freudentänze: Erst ein spektakuläres Eigentor des 34-jährigen Polen besiegelte in der 74. Minute den glücklichen Start des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart in seine „Woche der Wahrheit“. Nach dem schmeichelhaften 2:1 (1:0)-Heimerfolg gegen Hannover 96 darf das Team von Trainer Armin Veh damit weiter vom Double träumen.

Das „D-Wort“ war vor dem Halbfinale im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) und eine Woche vor dem Südgipfel mit Bayern München zwar nach wie vor tabu. Doch Veh stärkte seinen Schützlingen nach der erschreckend schwachen Leistung demonstrativ den Rücken. „Eine Spitzenmannschaft gewinnt auch solche Spiele. Wir haben gewonnen, deshalb sind wir eine Spitzenmannschaft“, erklärte der VfB-Coach – und blickte ungeachtet der physischen Schwächen seiner Profis voller Zuversicht den kommenden Tagen entgegen. Veh: „Wenn wir die nächsten beiden Spiele gewinnen, dann haben wir in dieser Saison sehr viel erreicht.“

Düstere Wolken ziehen derweil an der Leine auf. Zuraws kurioses Eigentor verlängerte die Negativserie. Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge stecken die Niedersachsen im Abstiegskampf.

„Ich bin schon lange dabei, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, kommentierte selbst VfB-Trainer Armin Veh die Szene in der 74. Minute, die in jedem Saisonrückblick zu sehen sein wird. Die uneinigen Zuraw und Mittelfeldspieler Hanno Balitsch schafften es, einen harmlosen Heber des Stuttgarter Stürmers Marco Streller ins eigene Tor zu bugsieren. „Ich bin schon in der Bewegung und kann nicht mehr ausweichen. Wir laufen ineinander, der Ball fällt zwischen uns herunter“, sagte Balitsch, der den Ball an Zuraws Schulter beförderte, von der die Kugel ins Tor kullerte. „Das wird wahrscheinlich das Tor des Monats. Aber im Ernst: Es war ein saublödes Tor“, scherzte Streller.

Den 96-Profis war der Spaß gründlich vergangen. „Die Jungs saßen ziemlich bedröppelt in der Kabine“, berichtete 96-Trainer Dieter Hecking. Der Trainer machte seinem Team für das couragierte Auftreten nach dem frühen Rückstand durch Roberto Hilbert (2.) dennoch ein Riesenkompliment: „Wir waren wie in den vergangenen Partien die bessere Mannschaft und sind wieder nicht belohnt worden.“ Steven Cherundolo (60.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert.