STUTTGART - STUTTGART - Im Endspurt der Bundesliga muss alles sitzen: die Taktik, die Zuspiele, das Trikot sowieso – und auch die Frisur.
Fußball ist schließlich Kopfsache. Im Medienzeitalter achten manche Spieler derart penibel auf ihre Haarpracht, als gebe es im Profigeschäft eine B-Note fürs Styling. So wird vor dem Anpfiff in der Kabine gegelt, gezupft, gekämmt und gebunden. „Es ist schon so, dass sich da der eine oder andere noch richtet, eigentlich die meisten“, beschreibt Horst Heldt, Teammanager des VfB Stuttgart, die Szenen vor dem Spiegel.
Haargummis und -bänder sind der Trend der Saison. Herthas serbischer Stürmer Marko Pantelic, der zur Zeit zum Haareraufen spielt, trägt zum Beispiel eines. Auch Torsten Frings von Werder Bremen und Stuttgarts portugiesischer Kapitän Fernando Meira, der mit seinen rabenschwarzen glatten Strähnen aussieht wie ein stolzer Krieger. Oder der blonde (Marco) Engel(hardt) aus Nürnberg sowie der Frankfurter Ioannis Amanatidis mit einem Kopfschmuck wie ein wild verwuschelter Wischmopp. Bayern-Stürmer Claudio Pizarro nestelt während einer Partie so oft an seiner Frisur, dass man glauben könnte, er sei mehr damit beschäftigt sein Haar zu ordnen als das Spiel.
Dass jeder Fußballer seinen eigenen Kopf hat, sieht man an den modischen Auswüchsen: Gladbachs Marcell Jansen bändigt seine Mähne mit einem Haarreif. Dem gleichen Accessoire hat Münchens Daniel van Buyten seinen Spitznamen zu verdanken: „Daniela.“
Patrick Owomoyela hat seine Rasta-Locken der Krise geopfert: Mit ungewohntem Kurzhaar-Schnitt startete der fast ein halbes Jahr verletzte Nationalspieler sein Comeback bei Werder Bremen.
Einen Kurzauftritt mit geflochtenen Zöpfen bot Kevin Kuranyi. Die hatte sich der Torjäger von Schalke 04 bei seinem Mitspieler Gerald Asamoah abgeschaut. „Kevin hat gefragt: Asa, wie kann ich so sexy aussehen wie du?“, erzählte Asamoah grinsend.
Irgendwie ging Kuranyi das aber gegen den Strich. Im Endspurt um die Meisterschaft bevorzugt er auf dem Rasen den Italo-Look: das Haupthaar nach hinten gekämmt und gegelt. „Es ist einfach praktisch: Mit der freien Stirn kann ich besser köpfen“, sagt der Stürmer.
