STUTTGART - Stuttgarts Investitionen zahlen sich aus. Drei Zugänge gehören zu den Garanten des Aufschwungs des VfB in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Stoßstürmer Vedad Ibisevic, Stratege William Kvist und Dauerrenner Gotoku Sakai haben entscheidend zum Vorstoß der Schwaben auf einen Europa-League-Platz beigetragen. „Wir könnten uns jetzt hinstellen und uns selber auf die Schulter klopfen. Aber man muss auch so ehrlich sein und sagen, dass da immer auch ein Quäntchen Glück zugehört“, räumt Trainer Bruno Labbadia ein. Er stimmt mit Sportdirektor Fredi Bobic die Transferpolitik detailliert ab.

Vor allem Sakai erwies sich als ausgesprochener Glücksgriff. Der VfB lieh den 21-jährigen Verteidiger im Winter von Albirex Niigata bis 2013 aus. Systematisch sollte Sakai langsam ans höhere Bundesliga-Niveau herangeführt werden. Sperren und Verletzungen etablierter Kräfte zwangen Labbadia jedoch, den Japaner früher als geplant einzusetzen. „Es ist unglaublich, wie schnell sich Go eingefügt hat“, staunt der Coach über dessen rasante Entwicklung.

Mittlerweile ist die vermeintliche Notlösung Stammkraft in der Viererkette. Der beidfüßig gleich starke Sakai kann auf beiden Außenbahnen spielen. „Ich habe noch nie einen Profi gesehen, der zwei so gleichstarke Füße hat“, schwärmt Ibisevic.

Sakais Vielseitigkeit ist umso erstaunlicher, als dass er erst mit 17 zum Linksverteidiger umgepolt wurde. „Vorher hatte ich meinen linken Fuß nur zum Stehen“, scherzt er. Es gilt als sicher, dass Stuttgart das Talent langfristig an sich binden und die Kaufoption einlösen wird.

Bei Ibisevic lag der Fall anders. Die VfB-Verantwortlichen waren seit langem von den Fähigkeiten des kombinationsstarken und torgefährlichen Stürmers überzeugt. Längst hat der Bosnier mit seinen Toren bewiesen, dass sich die an 1899 Hoffenheim überwiesenen fünf Millionen Euro rentieren. „Er macht uns komplett“, sagt Labbadia über den 27-Jährigen.

Schon seit Saisonbeginn sorgt Kvist (27) als „Sechser“ für Sicherheit und Ordnung. Labbadia hat den Dänen zu seinem verlängerten Arm auf dem Spielfeld auserkoren. Der für 3,5 Millionen vom FC Kopenhagen verpflichtete Kvist rechtfertigt dieses Vertrauen. Solide, schnörkellos und mit hoher Spielintelligenz bestimmt er den Rhythmus.

„Wir wissen genau, wie wir Fußball spielen wollen. Auf dieser Basis gucken wir: Wie kriegen wir die Leute, die dazu passen“, erklärt Labbadia Stuttgarts zuletzt so erfolgreiche Transferpolitik.