STUTTGART - Im Kampf um einen Platz in der Europa League hat Werder Bremen einen erneuten Rückschlag einstecken müssen. Der Fußball-Bundesligist verlor am Freitagabend zum Auftakt des 31. Spieltags beim VfB Stuttgart trotz einer Führung mit 1:4 (1:2). Die Elf von Trainer Thomas Schaaf blieb damit Achter. Gewinnen am Wochenende die Verfolger 1899 Hoffenheim in Freiburg und VfL Wolfsburg gegen Augsburg, stürzen die Bremer auf den zehnten Tabellenplatz ab.

Markus Rosenberg mit seinem neunten Saisontor (25. Minute) brachte Werder in Führung. Christian Gentner (37.), der ehemalige Bremer Martin Harnik mit zwei Toren (45.+1/53.) und Cacau (89.) drehten jedoch das Spiel.

„Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt. Wenn man dann gewinnen will, muss man dafür einiges tun. Das haben wir heute nicht gemacht“, sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs, der nach der Partie „weniger in Richtung Europa League“ als mehr „auf die kommende Saison“ schauen wollte. Dagegen war Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic hochzufrieden: „Das ist eine riesen Euphorie. 60 000 sind außer Rand und Band. Man kann richtig stolz auf die Mannschaft sein, das war sehenswert.“

Vor 59 000 Zuschauern bestimmte Stuttgart die Partie gegen eine Bremer Mannschaft, deren 4-4-2-Formation mitunter ungeordnet war. Werders Doppel-Sechs mit Naldo und Aleksandar Ignjovski stand zwar recht kompakt. Auf den Außen taten sich aber manche Lücken auf – besonders rechts, wo Marko Marins Vorwärtsdrang in bisweilen mangelnder Defensivarbeit resultierte.

Bremens Führung bereitete Marin von rechts per Flanke vor, Rosenberg schoss aus fünf Metern freistehend ein (25.). Der VfB wusste aus seiner Überlegenheit zunächst kaum Kapital in Form klarer Chancen zu schlagen. Erst Gentners Schuss aus 20 Metern brachte den verdienten Ausgleich (37.). Harnik erzielte Sekunden vor dem Pausenpfiff die 2:1-Führung (45.+1).

Kurz nach dem Seitenwechsel war Harnik dann zum zweiten Mal zur Stelle (53.). Dabei bekam der österreichische Nationalspieler den Ball allerdings an seinen Ellenbogen. Doch die Proteste der Bremer auf Handspiel nutzten nichts, Schiedsrichter Tobias Welz gab das Tor.

Besonders bitter: Kapitän Clemens Fritz und Abwehrchef Sokratis sahen jeweils ihre zehnte Gelbe Karte der Saison. Damit fehlen die beiden Verteidiger im nächsten Spiel am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr ) gegen Bayern München.

„Man hat heute klar den Unterschied gesehen. Meine Mannschaft hat mehr als zaghaft agiert, Stuttgart hat vor Selbstvertrauen gestrotzt“, kommentierte Werder-Trainer Thomas Schaaf: „Der zweite Treffer vor der Halbzeit war unnötig, danach war es sehr schwer.“