STUTTGART - Nach den Jugendstil-Wochen in der jüngeren Vergangenheit setzt Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf im Spiel beim VfB Stuttgart an diesem Freitag (20.30 Uhr) wieder vermehrt auf erfahrene Kräfte. Sie haben zuletzt viele Spiele gemacht, sagt Schaaf über die jungen Akteure wie Tom Trybull, Florian Hartherz und Co. da sei eben auch mal eine Pause nötig. Im Fall von Hartherz (Schulterverletzung) kann die Auszeit sogar bis zum Saisonende dauern.
Die Stuttgarter Bundesliga-Fußballer von Trainer Bruno Labbadia feierten beim 3:1-Erfolg in Augsburg am Dienstag den sechsten Sieg aus den vergangenen acht Spielen. 20 Punkte holte der VfB in dieser Zeit; er ist auf dem besten Weg, sich Platz fünf und damit die direkte Qualifikation zur Europa League zu sichern. Die Teams, die die Ränge sechs und sieben belegen, müssen sich über eine Playoff-Runde in die Gruppenphase der Europa League kämpfen.
Bei den achtplatzierten Bremern ist der Trend gegenläufig. Nur der Hamburger SV, der 1. FC Köln, Hertha BSC und der 1. FC Kaiserslautern haben in der Rückrunde bislang weniger Punkte geholt als Werder (13). Es ist immer noch alles eng beieinander. Doch jetzt müssen Siege her, sagt Kapitän Clemens Fritz. Wenn wir in Stuttgart nicht gewinnen, werden wir unsere Ziele nicht erreichen.
Sie haben ihr Spiel gefestigt, das wird keine leichte Aufgabe, sagt Schaaf über die Partie beim VfB. Doch der Bremer betont auch, dass wichtig ist, was wir dagegen setzen. In dieser Hinsicht ist man in Bremen nach dem 2:2-Remis gegen Mönchengladbach am Dienstag schon wieder ein bisschen zuversichtlicher. Selbstvertrauen und Mut, habe das Team aus dieser Partie mitgenommen, so Schaaf.
Dass es bei den Stuttgartern zuletzt steil bergauf ging, liegt auch an Martin Harnik (24). Der österreichische Nationalspieler, der in Hamburg geboren wurde, hat bereits 15-mal in dieser Saison getroffen. In der vergangenen Spielzeit hatte es der Offensivspieler immerhin auf neun Treffer gebracht. Bei Werder Bremen, wo Harnik einst zwischen erster und zweiter Mannschaft hin- und hergeschoben wurde, hatte er in 17 Bundesligaspielen lediglich einen Treffer erzielt.
Lässt man die aktuelle Formkurve einmal beiseite, sind beide Vereine in einer vergleichbaren Situation. Beide haben mehrfach in der Champions League gespielt und sich entsprechend teure Kader gegönnt. Seit die Millionen-Einnahmen aus der Königsklasse nicht mehr fließen, sind beide zu einem Umbruch gezwungen. Nationalspieler wie Per Mertesacker (von Werder zum FC Arsenal) oder Christian Träsch (vom VfB zum VfL Wolfsburg) waren nicht zu halten, teure Profis wie Mikael Silvestre (Werder) oder Khalid Boulahrouz (VfB) lässt man wohl gehen.
Eine Qualifikation für die Europa League würde an diesem Sparkurs weder hier noch dort etwas ändern, dazu sind die Einnahme-Unterschiede zwischen den beiden Europacup-Wettbewerben zu groß. Doch internationale Spiele haben noch einen anderen Reiz: Sie können neue Spieler locken und die, die schon da sind, besser machen, glaubt VfB-Trainer Labbadia.
Auf Seiten der Bremer ist der Einsatz von Zlatko Junuzovic ungewiss. Der österreichische Nationalspieler hat Probleme mit dem Knie. Die Entscheidung über einen Einsatz fällt erst kurz vor dem Anpfiff.
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