STUTTGART - STUTTGART/DPA - Den Pokal zum Greifen nah, die Champions-Liga im Blick und den Meistertitel im Hinterkopf: Der VfB Stuttgart hat am Ende einer für ihn sensationellen Saison noch alle Trümpfe in der Hand. „Den Pokal wollen wir gewinnen, wenn wir schon im Endspiel in Berlin sind. Und die Bayern können kommen. Ich glaube und hoffe, dass wir sie schlagen“, sagte Stürmer Cacau am Mittwochabend nach dem 1:0-Sieg im Pokal-Halbfinale beim VfL Wolfsburg. Am Sonnabend kommt nun der Rekordmeister aus München zum Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga ins Gottlieb-Daimler-Stadion. Am Sonnabend, 26. Mai, treffen die Stuttgarter dann im DFB-Pokalfinale auf den 1. FC Nürnberg.

„Auch wenn wir noch nichts erreicht haben, können wir schon jetzt von einer erfolgreichen Saison sprechen“, sagte Stuttgarts Trainer Armin Veh nach dem Sieg in Wolfsburg. „Die Mannschaft hat jetzt keinen Druck mehr.“

Etwas anders sieht das in München aus. Für den Tabellenvierten kommt deshalb die Partie beim Dritten VfB einem Endspiel gleich. Bei zwei Punkten Rückstand auf die Schwaben ist ein Sieg Pflicht – ansonsten droht den erfolgsverwöhnten Bayern der von Franz Beckenbauer einst als „Cup der Verlierer“ verspottete Uefa-Pokal.

Welche Bedeutung das Spiel gegen die Stuttgarter für die Bayern hat, verdeutlichte Owen Hargreaves: „Es ist für unseren Verein lebensnotwendig, in die Champions League zu kommen“, sagte der englische Nationalspieler. „Wir können es uns nicht leisten, uns nicht für diesen Wettbewerb zu qualifizieren.“

Freude löste derweil die Finalpaarung Stuttgart - Nürnberg bei Bayer Leverkusen aus. Denn sollten beide Pokalfinalisten über ihre Bundesliga-Platzierung für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert sein, wird der Uefa-Pokal-Startplatz des Pokalsiegers an den Tabellensechsten der Bundesliga weitergereicht. Diesen Rang belegen derzeit die Leverkusener. Zuletzt griff dieses Prinzip nach der Saison 2004/05, als Pokalsieger Bayern München und der unterlegene Finalist Schalke 04 beide für die Champions-Liga qualifiziert waren. Auch damals profitierte Bayer Leverkusen von der Regelung.