STUTTGART - STUTTGART/DPA - DFB-Chef Theo Zwanziger sieht keine Gefahr, dass es bei der Weltmeisterschaft Wettskandale geben wird. „Bei der WM schließe ich eine Manipulation aus. Es wird nichts passieren“, sagte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes gestern in Stuttgart. Für einen Schiedsrichter wäre es „Wahnsinn, seine Karriere aufs Spiel zu setzen“.

Nachwirkungen aus dem Wettskandal-Fall um den Ex-Schiedsrichter Hoyzer fürchtet Zwanziger für die WM nicht, „weil wir alles sauber aufgeklärt haben“. Das Verführungspotenzial sieht er vor allem bei jungen Spielern unterhalb der Bundesliga. „Das was passiert ist, hat deutlich gemacht: Es lohnt sich nicht, für kleines Geld den Beruf aufs Spiel zu setzen“, verwies er auf die laufenden Ermittlungen im neuen Wettskandal.

Die Schiedsrichter in Deutschland, so Zwanziger, hätten durch das Fehlverhalten eines Einzelnen eine Talsohle durchschritten, aber die Lage habe sich wieder stabilisiert. „Wir haben Spitzenleute im Schiedsrichterwesen. Das sind auch Persönlichkeiten“, sagte der DFB-Chef und verwies auf den einzigen deutschen WM-Schiedsrichter: „Markus Merk ist unser Aushängeschild, weil er sich durch seinen starken Charakter und Leistungswillen auszeichnet. Außerdem empfindet er eine hohe soziale Verantwortung.“

Der DFB setzt derweil die Zusammenarbeit mit einer Autoprüfgesellschaft als Sponsor der Unparteiischen um weitere drei Jahre bis 30. Juni 2009 fort. Das Sponsoring von Schiedsrichtern hat sich für Zwanziger bewährt. „Es war ein Experiment, und die Frage für uns war, ob man unparteiisch sein kann und nach gutem Gewissen Werbung machen kann bei Schiedsrichtern. Die Bedenken haben sich zerschlagen“, sagte er.

Auf dem Prüfstand stehen auch die Assistenten der WM-Schiedsrichter. Vom 18. bis 24. April werden in Neu-Isenburg Fitness sowie Kenntnisse und Regelauslegung von 82 Assistenten getestet. Im Mai wird die Fifa 60 für die Endrunde auswählen. Die bereits 23 ausgewählten WM-Schiedsrichter waren vom 21. bis 25. März geprüft worden.