Wilhelmshaven/Oldenburg - Der langjährige Streit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Bezirksligisten SV Wilhelmshaven geht ganz offensichtlich in die nächste Runde. Wer sich vom Treffen der SVW-Offiziellen Dr. Hans Herrnberger (Vorsitzender) und Harald Naraschewski (Aufsichtsrat) mit Vertretern des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) am Donnerstag in Oldenburg Klarheit über die sportliche Zukunft des SV Wilhelmshaven versprochen hatte, muss sich vorerst gedulden.
„Die Verbände tun sich weiterhin schwer, unsere Forderungen – die Rückgliederung in die Regionalliga und Ausgleich des materiellen Schadens – zu akzeptieren“, erklärte Herrnberger gegenüber der NWZ . Im September hatte der SVW vor dem Bundesgerichtshof (BGH) höchstrichterlich Recht bekommen. Demnach war der Zwangsabstieg des Clubs aus der Regionalliga 2014 ungültig.
Das Gespräch zwischen dem Verein und NFV-Präsident Eugen Gehlenborg, dessen Geschäftsführer Stefan Lehmann und dem Verbandsjuristen Heiko Petersen diente in der Tat lediglich dazu, dass die Wilhelmshavener noch einmal ihre Position darstellen konnten – wohl ohne eine Annäherung. „Wir hoffen natürlich, dass unsere Darstellung noch Einfluss auf die Entscheidung des DFB nehmen wird“, sagte Naraschewski. Der DFB hat für diesen Freitag eine Pressekonferenz in Frankfurt anberaumt, auf der der Spitzenverband seine Position erläutern wird. Naraschewski unmissverständlich: „Nur über die Höhe des Schadensersatzes lässt sich streiten, nicht aber über die Eingliederung selbst.“ Zuletzt hatte der Verein bezüglich des entstandenen Schadens von einem siebenstelligen Betrag gesprochen, inoffiziell ist die Rede von rund zwei Millionen Euro Entschädigung.
Sollte der DFB die Forderungen des SVW gänzlich ignorieren, so bliebe nur der Rechtsweg. Der Auseinandersetzung zugrunde liegt die Weigerung des SVW für einen 2007 verpflichteten Spieler eine Ausbildungsentschädigung an dessen argentinische Heimatvereine zu zahlen.
