Leverkusen - Platzhalter mit Hintertürchen: Tayfun Korkut soll Bayer Leverkusen in die Europa League führen – und darf im Falle einer erfolgreichen Mission auf ein Dauer-Engagement hoffen. Einen Tag nach der Entlassung von Roger Schmidt präsentierte der auf Platz zehn abgerutschte Fußball-Bundesligist überraschend den beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern wegen Perspektivlosigkeit zurückgetretenen Coach als Nachfolger.

Eigentlich soll der 42-Jährige ausdrücklich nur als Interimslösung bis zum Saisonende fungieren. Im Hintergrund bastelt Bayer an einer vermeintlich großen Lösung mit Lucien Favre (Nizza) oder Julian Nagelsmann (Hoffenheim).

Doch Sportchef Rudi Völler schloss nicht aus, dass Korkut auch über das Saisonende hinaus Bayer-Trainer bleibt. „Alles ist möglich“, erklärte er: „Das ist eine Chance für ihn, und auch für uns. Wir haben die Gelegenheit, uns anderweitig Gedanken zu machen. Aber ich weiß, dass er brennt und alles versuchen wird.“ Korkut selbst beschäftigt sich zunächst nicht damit. „Die Absprache ist sehr definitiv“, bestätigte der frühere Coach von Hannover 96: „Es ist klar kommuniziert, dass Bayer das bis Saisonende machen will. Für mich ist das überhaupt kein Problem.“

Seine Aufgabe ist klar umrissen. „Neue Impulse setzen, um das Ziel, international dabei zu sein, in Angriff zu nehmen“, beschrieb es Korkut, der erstmals an diesem Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Werder Bremen auf der Bayer-Bank sitzen wird. Vor allem aber soll er für einen Stimmungs-Umschwung sorgen. Schmidt habe Teile der Mannschaft am Ende verloren, gestand Völler ein, dem die Trennung des von ihm lange gestützten Trainers sichtlich zu schaffen macht.

Deshalb nimmt der Sportchef nun vor allem die Spieler in die Pflicht. „Wenn es nicht lief, stand immer Roger Schmidt im Fokus. Dieses Alibi haben wir allen genommen, diese Entschuldigung ist jetzt weg“, erklärte er.

Veränderungen gibt es auch im Trainerstab. Neben Schmidts Assistent Markus Krösche muss auch Jörn Wolf gehen, der erst im Januar als „Koordinator Trainer- und Funktionsteam“ engagiert wurde. Wolf, zuvor jahrelang Pressesprecher beim Hamburger SV, arbeitete sehr eng mit Schmidt zusammen. Korkut bringt noch seinen Stamm-Assistenten Xaver Zembrod mit, der Rest des Stabes bleibt unverändert.