Erdal Keser.
Der heute 47-jährige ehemalige Angreifer bestritt in den 80er Jahren 106 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund.Die deutsche Fußball-Nationalelf trifft im EM-Halbfinale am Mittwoch in Basel (20.45 Uhr/ZDF) auf die Türkei, der aufgrund von zahlreichen Sperren und Verletzungen derzeit jedoch nur noch zwölf Feldspieler zur Verfügung stehen. Unter anderem fehlen Nihat und Arda, die bereits jeweils zwei Treffer auf dem Konto haben. Auch Stammtorwart Volkan Demirel fällt gegen Deutschland endgültig aus. Der Einspruch gegen die Rotsperre des 26-Jährigen wurde am Montag vom Berufungsgremium der Uefa abgewiesen.
Ex-Bundesliga-Profi Erdal Keser stellt für diese Zeitung die Spieler vor, die am Mittwoch in Basel auflaufen könnten. Der heute 47-jährige ehemalige Angreifer kam als Zwölfjähriger mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland und spielte hier für Borussia Dortmund. In der Türkei war er in Istanbul für Sariyer und Galatasaray aktiv, war Co-Trainer der türkischen Elf und technischer Direktor beim Verband TFF.
1 Rüstü Recber (Besiktas Istanbul/35 Jahre/117 Länderspiele/0 Tore): Lange die Nummer eins, bis Volkan ihn verdrängte. Hat sehr viel Erfahrung, ist sehr routiniert.
20 Sabri Sarioglu (Galatasaray Istanbul/23/18/1): Laufwunder, in der 120. Minute noch nicht müde. Stößt immer wieder nach vorne und sorgt für Torgefahr.
4 Gökhan Zan (Besiktas Istanbul/26/ 22/0): Typischer Vorstopper. Kampfstark, resolut, kopfballstark aber reiner Abwehrspieler.
16 Ugur Boral (Fenerbahce Istanbul/26/9/0): Das größte Problem ist Servets Ausfall, weil die Türkei jetzt ohne zweiten Innenverteidiger dasteht. Ugur kann das eigentlich nicht spielen.
3 Hakan Balta (Galatasaray Istanbul/25/12/1): Immer offensiv, guter linker Fuß. Herausragende Saison bei Gala. Auf ihn ist immer Verlass.
6 Mehmet Topal (Galatasaray Istanbul/22/8/0): Laufstark und beidfüßig, stopft unermüdlich Löcher. Wird sich abwechselnd mit Aurelio um Michael Ballack kümmern.
7 Mehmet Aurelio (Fenerbahce Istanbul/30/22/1): Wie in anderen Ländern üblich, gab es auch bei seiner Einbürgerung Kritik, nicht jeder will einen Brasilianer für die Türkei spielen sehen. Hat aber zu Recht einen Stammplatz, technisch versiert, starker Typ.
22 Hamit Altintop (Bayern München/25/46/2): Ein ganz wichtiger Spieler für uns und der beste Türke bei der EM. Super diszipliniert, super Schusstechnik.
19 Ayhan Akman (Galatasaray Istanbul/31/11/0): Wird wohl für Arda spielen. Gut im Umgang mit dem Ball, kann das Tempo variieren und so das Spiel bestimmen. Klassische Nummer zehn.
18 Kazim Kazim (Fenerbahce Istanbul/21/8/0): In Zypern geborener, englischer Türke. Trickreich, schnell, könnte irgendwann groß rauskommen. Muss die einzige Spitze Semih unterstützen.
9 Semih Sentürk (Fenerbahce Istanbul/25/7/2): Im Sturm auf sich allein gestellt. Klassischer Torjäger, steht immer da, wo der Ball hinfällt wie gegen Kroatien.
Der Joker: Gökdeniz Karadeniz (Rubin Kasan/28/49/6) trägt zwar die 10, ist aber kein Spielmacher. Stößt vielmehr immer wieder in sich bietende Lücken und kommt dann zum Abschluss. Laufstark wie fast alle Türken.
Der Trainer: Fatih Terim ist ein Idol und eine absolute Respektsperson. Er hat das Team zu einem verschworenen Haufen geformt. Garant dafür, dass die Türkei die Deutschen besiegen könnte.
