TENERO - Torsten Frings oder Simon Rolfes? Vor dem EM-Halbfinale gegen die Türkei am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in Basel steht Fußball-Bundestrainer Joachim Löw vor einer kniffligen Personalfrage.
Der Leverkusener Rolfes hatte beim 3:2-Sieg im Viertelfinale gegen Portugal den wegen eines Rippenbruchs fehlenden Bremer Frings im defensiven Mittelfeld ersetzt und dabei stark gespielt. Frings drängt nun zurück in die Startelf. Wir können aus dem Vollen schöpfen. Ich bin froh, dass Torsten sich erholt hat und wieder einsatzfähig ist. Er hat ganz normal trainiert und keine größeren Probleme, auch wenn er mit den Schmerzen noch längere Zeit leben muss, sagte Löw am Montag. Unmittelbar zuvor hatte der 31-jährige Frings mit einem Schutzverband am Mannschaftstraining teilgenommen.
Rolfes hält sich mit Forderungen nach einem neuerlichen Einsatz zurück. Ich hoffe natürlich, dass es noch weitergeht. Ich habe gezeigt, dass ich bereit bin. Aber wie der Trainer am Mittwoch aufstellt, das weiß ich nicht, sagte der 26-Jährige.
Die Wege von Rolfes und Frings näherten sich in den vergangenen Jahren immer wieder. Von 1999 bis 2004 stand der im westfälischen Ibbenbüren geborene Rolfes bei Werder Bremen unter Vertrag, kam dort aber noch zu keinem einzigen Bundesliga-Einsatz. Meist spielte er in der Regionalliga-Mannschaft der Bremer, für eine Halbserie wurde er zum damaligen Zweitligisten SSV Reutlingen ausgeliehen.
Auch als Frings 2002 von Werder zu Borussia Dortmund wechselte, brachte das für Rolfes keine Besserung. Als Frings 2005 nach Bremen zurückkehrte, war Rolfes schon weg: Er hatte den Club 2004 in Richtung des Zweitligisten Alemannia Aachen verlassen zufällig der Heimatverein von Frings. 2005 ging Rolfes schließlich zu Bayer Leverkusen, wo er 2007 Nationalspieler wurde.
Drei Jahre nach seinem Wechsel zu Bayer wartet Rolfes mit einer für Feldspieler ungewöhnlichen Serie auf. Seit dem dritten Spieltag der Saison 2005/06 verpasste er kein einziges Bundesligaspiel, inzwischen sind es 99 Erstliga-Einsätze in Folge.
