Zuzenhausen/Gelsenkirchen - Ein Späßchen hier, ein Lachen dort – bei seiner ersten Trainingseinheit mit der Mannschaft nach über drei Wochen gab sich der aus der Verbannung zurückgekehrte Tim Wiese betont locker. Der Ex-Nationaltorwart wurde an Ostern bei 1899 Hoffenheim begnadigt, um dem Tabellenvorletzten im immer bedrohlicher werdenden Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga zumindest moralischen Beistand zu leisten.

„Er wird sich professionell verhalten, ernsthaft trainieren wie alle anderen und seinen Teil dazu beitragen, dass wir die Klasse halten“, sagte Trainer Marco Kurz am Montag.

Der 31-jährige Wiese war am 7. März aus dem Hoffenheimer Kader gestrichen worden, nachdem er sich abseits des Rasens einige Eskapaden geleistet hatte. Der schon zuvor aus sportlichen Gründen zur Nummer drei degradierte Torhüter hatte am Sonntag in einer Pressemitteilung erklärt: „Ich habe die Maßnahme des Vereins akzeptiert, die Situation angenommen und mich mit dem Einzeltraining arrangiert. Nun möchte ich meinen Beitrag leisten und die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt so gut ich es kann unterstützen.“

Nach der kurzen Übungseinheit am Ostermontag mochte sich Wiese nicht äußern. Dafür redete Kurz: „Die Mannschaft nimmt den Jungen mit offenen Armen zurück.“ Abwehrspieler Andreas Beck untermauerte diese Aussage: „Tim ist einer, der trotzdem rund um die Uhr auf dem Trainingsgelände war.“

Trainer Jens Keller (42) sammelte derweil nach dem 3:0 (0:0) gegen Hoffenheim ein weiteres Argument für seine Weiterbeschäftigung bei Schalke 04. „Sind wir sportlich erfolgreich, ist dies doch das wichtigste Indiz, dass unser Trainer gute Arbeit verrichtet. Jens Keller hat gute Chancen, über das Saisonende hinaus Trainer bei uns zu bleiben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies.

Keller, der seine Bundesliga-Bilanz auf Schalke auf fünf Siege, zwei Remis und drei Niederlagen ausbaute, bleibe ein Kandidat für den Posten – nicht mehr und nicht weniger, meinte Sportvorstand Horst Heldt. Am kommenden Sonnabend tritt Schalke bei Werder Bremen an (15.30 Uhr).