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NWZonline.de Sport Fußball

Cruyffs „Enkel“ ziehen weiter

18.04.2019

Turin /Amsterdam Nach dem nächsten historischen Favoritensturz durch die „Enkelsöhne“ Johan Cruyffs gab es auch bei den alten Helden kein Halten mehr. Sportdirektor Marc Overmars ruinierte sich seinen Anzug per Bauchplatscher vor der Gästekurve, neben ihm tanzte Geschäftsführer Edwin van der Sar leichtfüßig in die Turiner Nacht. „Das geht um die Welt“, sagte der frühere Weltklassetorwart nach dem sensationellen 2:1 (1:1)-Triumph von Ajax Amsterdam bei Mitfavorit Juventus Turin um Superstar Cristiano Ronaldo im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League.

In der Tat: Der jungen, wilden Ajax-Mannschaft fliegen Europas Fußball-Herzen zu, weil sie dem inzwischen oft so kalten Milliardengeschäft einen Hauch Romantik verleiht. Und dies im Geiste des großen „König Johan“. „Wieso soll man einen reicheren Club nicht bezwingen können?“, hatte die Ajax-Legende einst gefragt: „Ich habe noch nie gesehen, dass eine Tasche voller Geld Tore schießt.“ Turins 105-Millionen-Euro Mann Ronaldo tat zwar genau das (28. Minute), doch am Ende blieb ihm nur ein verzweifeltes Frustfoul (90.+3).

Donny van de Beek (34.) und der wie Mittelfeldchef Frenkie de Jong überragende Kapitän Matthijs de Ligt (67.) schossen Ajax als erstes Team, das durch drei Quali-Runden musste, ins Halbfinale. „Das Märchen geht weiter“, schrieb „De Volkskrant“, das „Algemeen Dagblad“ schwärmte nach dem „Mirakel“ vom „Überraschungsteam für die Ewigkeit“. Die Fußballprominenz aus aller Welt gratulierte via Twitter, Rafael van de Vaart jubelte zu Hause vor dem Fernseher, und sogar die italienische Presse feierte die „Enkelsöhne Cruyffs“ („Gazzetta dello Sport“) als „Kinder-Champions voller Persönlichkeit“ („La Stampa“).

„Das ist ein unglaublicher Abend für Ajax, seine Spieler und den niederländischen Fußball“, sagte Trainer Erik ten Hag, der Bayern München 2015 nicht mehr gut genug für die zweite Mannschaft war, „wir haben unsere Grenzen gesprengt.“ In der Vorrunde hatte er bereits „seine“ Bayern geärgert (1:1/3:3), im Achtelfinale völlig überraschend Titelverteidiger Real Madrid ausgeschaltet (1:2/4:1), jetzt Ronaldos Juventus.

„Wir sind ein Team aus den Niederlanden und haben der ganzen Welt gezeigt, was wir drauf haben. Wir werden von Spiel zu Spiel besser“, sagte de Ligt nach dem ersten Halbfinaleinzug Amsterdams seit 1997. „Für Ajax ist kein Gegner zu gut“, schrieb „Voetbal International“.

Routinier Daley Blind sprach von einer „großen Geschichte. Wir spielen ohne Furcht und glauben an uns“. Das gilt vor allem für de Jong, der im Sommer zum FC Barcelona wechselt. „Er erinnert mich an Andrea Pirlo“, schwärmte Juve-Vize Pavel Nedved vom 21-Jährigen.

Coach Massimiliano Allegri (Vertrag bis 2020) darf dennoch bleiben. „Der Kader ist jung und kann mit ihm weiter wachsen“, sagte Juve-Boss Andrea Agnelli. Und, klar: Europas Fußball-Thron bleibe das Ziel. Während Amsterdams Helden im Sommer wohl in alle Winde zerstreut werden, will Juve einkaufen gehen – unter anderem bei Ajax: de Ligt steht auch bei Juventus auf der Shoppingliste.

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