München - Die Uefa will noch mehr Geld kassieren – und die Zeichen stehen günstig für Europas Fußball-Dachverband. In der Champions League gibt es von 2018 an zusätzliche Anstoßzeiten und mehr Fix-Starter aus den großen Ligen. TV-Sender und andere Medien-Unternehmen sollen dafür noch mehr Millionen als bisher zahlen. Für die zukünftig vier festen Bundesliga-Starter bringt das höhere Einnahmen. Doch den deutschen Fans drohen Einschränkungen.
Am Montag lief die erste und vielleicht schon letzte Runde im TV-Poker für den deutschen Markt ab. Derzeit teilen sich das ZDF und Sky die Rechtepakete, die mittwochs Spiele im frei empfangbaren Fernsehen garantieren. Das könnte sich ändern, wenn es hierzulande einen Deal wie in Großbritannien gibt.
Im Bezahl-Bereich ist schon jetzt für die Uefa das meiste Geld zu verdienen. Sky hat aber neue Konkurrenten bekommen, was den Preis zur Freude des Kontinentalverbandes in die Höhe treiben dürfte. Ob das ZDF – oder ein anderer Free-TV-Sender – bei dem Wettbieten um die Rechte des wichtigsten Clubwettbewerbs von 2018 bis 2021 mithalten kann, erscheint angesichts des veränderten Marktes fraglich.
Dass dem Verband die Einnahmen wichtiger sind als freie Übertragungen, zeigt das Beispiel Großbritannien. Dort schloss die Uefa über den Vermarkter TEAM einen Rekord-Vertrag ab. 1,38 Milliarden Euro zahlt BT Sports für drei Spielzeiten. Um höhere Einnahmen zu erzielen, hatte der Verband die Anstoßzeiten geändert. Um 19 und um 21 Uhr beginnen zukünftig die Gruppenspiele, wodurch mehr TV-Übertragungszeiten entstehen. Zudem bekommen Ligen aus den Ländern, wo die Medien-Verträge am meisten abwerfen, vier feste Startplätze. Auch das gefällt vor allem Pay-TV-Anbietern.
Das ZDF hat angekündigt, ein Angebot abzugeben. „Die Uefa weiß, was sie an uns hat, und wir wissen, was wir an der Champions League haben“, sagte der neue Sportchef Thomas Fuhrmann. Der Privatsender RTL, der bis 2003 elf Jahren lang die Champions League zeigte und zuletzt mehrfach Länderspiel-Rechte erwarb, äußerte sich vorsichtiger: „Wir schauen uns das an.“ Die ARD hat dem Vernehmen nach kein Interesse.
Der heißere Wettbewerb findet sicher im Bezahl-Bereich statt. Vor allem weil die von Fachleuten „All pay“ genannte Variante möglich ist. Dieses Exklusivmodell ist für Sky ebenso interessant wie für den neuen Hauptkonkurrenten Dazn. Der Streamingdienst hat Sky bereits die englischen Premier-League-Rechte abgeknöpft und kündigte an, „sehr aggressiv“ mitzubieten.
