UDINE/BREMEN - Eine Umarmung hier, ein Abklatschen dort – Werder Bremens „Matchwinner“ Diego wusste ganz genau, bei wem er sich am Ende seiner Uefa-Cup-Gala im Stadio Friuli zu bedanken hatte. „Unsere Mediziner haben Großartiges geleistet, nur deshalb konnte ich überhaupt spielen“, meinte der zweifache Torschütze nach dem 3:3 des deutschen Fußball-Vizemeisters im Viertelfinal-Rückspiel bei Udinese Calcio.

Fast rund um die Uhr hatte man sich hinter den Kulissen tagelang um Diegos verhärtete Oberschenkelmuskulatur gekümmert, der Brasilianer zahlte die Rundumbetreuung mit einer Glanzvorstellung zurück: Ohne ihn hätten die Bremer kaum das Halbfinale erreicht, in dem es am 30. April und 7. Mai gegen den Nordrivalen Hamburger SV um die Endspiel-Teilnahme in Istanbul geht.

Der Bundesliga-Zehnte hat nun in den vier Nordderbys binnen 19 Tagen gegen den HSV die Chance, eine bislang eher enttäuschende Saison noch mit zwei Pokalsiegen abzuschließen, darf dabei aber nicht den Überblick verlieren. „Da muss man dann ja aufpassen, in welchem Wettbewerb man gerade spielt“, flachste Trainer Thomas Schaaf. Ihm sei verdeutlicht: Die inoffizielle Playoff-Serie beginnt am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) in Hamburg mit dem Halbfinale des DFB-Pokals. Mit einem Augenzwinkern malte sich Sportdirektor Klaus Allofs ein Szenario aus, mit dem man vielleicht sogar beim HSV nicht unzufrieden wäre: „Wir holen zwei Pokale und der HSV wird Meister.“

An diesem Sonntag (17 Uhr) sind die Bremer im Bundesliga-Alltag bei Hertha BSC gefordert. Bei den Berlinern zeichnet sich ab, dass der gegen Werder gesperrte Angreifer Andrej Voronin nicht über das Saisonende hinaus bleiben wird. „Wahrscheinlich will der FC Liverpool mich zurückholen“, sagte Voronin, der von den Engländern an die Hertha ausgeliehen ist. Gegen Bremen wird vermutlich erstmals seit Januar wieder Stürmer Marko Pantelic in der Startelf stehen.

Derweil ist Werder-Stürmer Claudio Pizarro vom Internationalen Sportgerichtshof rehabilitiert worden. Dieser kippte am Freitag die Strafe von 10 000 Dollar wegen der angeblichen Verwicklung des Profis in eine Alkoholaffäre. Perus Verband hatte Pizarro entsprechend bestraft, weil dieser 2007 nach einem Länderspiel an einer ausschweifenden Party teilgenommen haben soll. Pizarro hatte dies bestritten.

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