UDINE - Das Orchester hat sich für einen weiteren großen Auftritt auf der europäischen Fußball-Bühne eingestimmt, doch ausgerechnet der Dirigent droht auszufallen. Vor dem Viertelfinal- Rückspiel bei Udinese Calcio an diesem Donnerstag (20.45 Uhr/Premiere) bangt Fußball-Bundesligist Werder Bremen um den Einsatz von Mittelfeldstar Diego – und damit auch um das Weiterkommen.

Selbst das vermeintlich beruhigende 3:1 aus dem Hinspiel verleitet niemanden, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir haben einen kleinen Vorteil, aber im Hinspiel auch gesehen, wie stark die Italiener sind. Deshalb dürfen wir uns keine Nachlässigkeiten erlauben“, forderte Kapitän Torsten Frings von seiner Crew.

Die hatte den klaren Hinspielsieg vornehmlich Diego zu verdanken, der Udine mit zwei Toren an den Rand des Ausscheidens schoss. Doch der Brasilianer wird im Stadio Friuli möglicherweise nur zuschauen können. Wegen einer Oberschenkelverletzung fehlte der 24-Jährige schon im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen. Die Schonung hat noch nicht viel geholfen. „Es ist besser geworden, aber es ist noch nicht gut. Wir hoffen, dass er spielen kann“, sagte Werder- Trainer Thomas Schaaf vor der Abreise. Auch nach dem Abschusstraining am Mittwochabend war er noch nicht schlauer. „Wir wissen erst unmittelbar vor dem Spiel definitiv, ob er auflaufen kann oder nicht“, berichtete Schaaf.

Sollte der von europäischen Spitzenclubs umworbene Star ausfallen, müsste sich Schaaf etwas einfallen lassen. Wie es gehen könnte, zeigte sein Team bei Bayer Leverkusen (1:1). Da spielte Werder entgegen sonstiger Gepflogenheiten mit zwei „Sechsern“ – und das auch noch erfolgreich. „Das war eine sehr, sehr gute Lösung“, lobte Frings, der den Part gemeinsam mit Frank Baumann absolvierte.

Es ist durchaus möglich, dass die beiden Routiniers auch die erwarteten stürmischen Angriffe der Italiener abfangen sollen. Per Mertesacker könnte sich damit anfreunden: „Für Naldo und mich waren die beiden Sechser eine zusätzliche Absicherung“, meinte der Innenverteidiger. Schaaf ließ sich nicht in die Karten schauen. „Es ist eine Variante, die immer mal wieder vorkommen kann.“

Wie auch immer: Werder benötigt in Udine ein Tor, um nicht in große Nöte zu geraten. „Wir dürfen da gar nicht erst versuchen, auf Ergebnis halten zu spielen. Beim AC Mailand haben wir das gut gemacht, bei St. Etienne auch. So müssen wir auch wieder auftreten“, forderte Geschäftsführer Klaus Allofs.

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