Moskau - Die Uefa-Botschaft „Nein zum Rassismus“ auf seiner Kapitänsbinde wirkte für Yaya Touré wie eine hohle Losung. Wütend beschwerte sich der Mittelfeldstar von Manchester City am Mittwochabend während des Champions-League-Spiels in der Moskauer Chimki-Arena beim Schiedsrichter über Affenlaute und Beschimpfungen aus dem Publikum. Und das mitten in der Anti-Rassismus-Aktionswoche, die gemeinsam von der Europäischen Fußball-Union Uefa und dem Netzwerk „FARE“ ausgerufen worden war.

„Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin wütend“, sagte der 30-jährige Nationalspieler der Elfenbeinküste. „Es ist immer das Gleiche, das ist sehr traurig“, klagte Touré nach dem 2:1-Sieg des Gruppengegners von Bayern München bei ZSKA Moskau.

Direkt nach dem Schlusspfiff protestierten Offizielle von ManCity wegen der Vorkommnisse bei den Uefa-Delegierten. Noch am Donnerstag wollte der Premier-League-Club auch schriftlich beim Dachverband Beschwerde einlegen. ZSKA wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Am Abend vermeldete dann der britische Fernsehsender Sky Sport, dass die Uefa ermitteln werde. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss soll sich am 30. Oktober mit dem Vorfall befassen.

Schiedsrichter Ovidiu Hategan nahm die Vorfälle in seinen Spielbericht auf, der an die Uefa-Disziplinarkommission geht. Weil der Rumäne das Spiel zuvor trotz Tourés Beschwerde weder unterbrochen noch eine Durchsage im Stadion veranlasst hatte, forderte das englische Anti-Rassismus-Projekt „Kick it out“ Konsequenzen. „Dieser Referee sollte kein Spiel mehr leiten. Er hat seine Pflicht nicht erfüllt, mit dieser Sache sollte sich die Uefa befassen“, erklärte „Kick it out“-Präsident Lord Herman Ouseley dem BBC-Radio.

Bei Sportfunktionären gilt die verbreitete Fremdenfeindlichkeit im Gastgeberland der WM 2018 und der Olympischen Winterspiele 2014 seit längerem als Problem.