Für Interimscoach Rudi Völler war der ideenlose Auftritt nach der 1:2-Punktspielpleite bei Werder Bremen die zweite Niederlage in Folge und im insgesamt elften Spiel die größte Enttäuschung auf der Bayer-Trainerbank. „Es ist bitter, das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Mannschaft hat alles gegeben, aber wer in 180 Minuten kein Tor erzielt, kann nicht weiterkommen“, sagte er. Die Niederlage besiegelte der Marokkaner Mourad Hdiouad (67.).
Auch bei der augenscheinlich schwierigen Suche nach einem Nachfolger für Klaus Augenthaler, der nach dem Hinspiel seinen Hut nehmen musste, ist das internationale Aus nicht dienlich. „Es tut schon weh, wenn man gegen Sofia zweimal mit 0:1 verliert. Es ist enttäuschend, wenn man gegen Sofia kein Tor schießt“, urteilte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der sich zudem Sorgen um die Psyche vor dem bereits am Sonnabend anstehenden Bundesliga-Duell gegen Arminia Bielefeld machte: „Wir werden ein, zwei Tage brauchen, um das zu verkraften.“ Auch Völler meinte: „Die Mannschaft ist sehr niedergeschlagen. Ich muss versuchen, sie aufzurichten.“
22 000 Zuschauer verwandelten das ausverkaufte „Stadion der bulgarischen Armee“ in einen kleinen Hexenkessel. Zwar befreiten sich die Leverkusener nach rund einer Viertelstunde vom Druck der Bulgaren. Bei den eigenen Angriffsbemühungen agierte die Völler-Elf aber zu verhalten und ideenlos.
Im Umfeld des Leverkusener Spiels sowie bei der Partie Lewski Sofia gegen AJ Auxerre (1:0) nahm die Polizei insgesamt 26 Personen fest. Wie die Behörden mitteilten, wurden davon 16 Randalierer in Gewahrsam genommen, weil sie zwei Busse zerstört hatten. Über die Vergehen der übrigen zehn Personen wurde nichts bekannt.
